Burgen
Dąbrowa, Oppeln
Schloss Dambrau (Zamek w Dąbrowie) bei Oppeln (Opole) ist eine Renaissance-Residenz aus dem frühen 17. Jahrhundert, die Ende des 19. Jahrhunderts im Stil der Neorenaissance umgebaut wurde. Berühmt ist sie für ihre spiralförmig gedrehten Schornsteine. Das Schloss steht in einem historischen Park am Rand der Niemodliner Wälder (Bory Niemodlińskie), rund 11 km westlich von Oppeln. Ein Museum mit täglichen Öffnungszeiten ist es nicht – aber ein lohnender, stimmungsvoller Abstecher für alle, die sich für schlesische Adelssitze interessieren.
Die Familie von Tschetschau-Mettich ließ die ursprüngliche Backstein-Residenz mit Innenhof in den Jahren 1615–1617 errichten. Später wechselten die Besitzer mehrfach; die Familie Ziegler-Klipphausen legte Anfang des 19. Jahrhunderts Park, Fasanerie und Fischteiche an.
1893 kauften die Grafen von Hochberg das Gut – dieselbe Familie, der auch Schloss Fürstenstein (Książ) und Pless (Pszczyna) gehörten. In den Jahren 1894–1897 erhielt das Schloss seine heutige neorenaissancezeitliche Gestalt mit Türmen, Schmuckgiebeln und dem Hochberg-Wappen über dem Eingang des Westturms. Nach 1945, als Schlesien an Polen fiel, wurde das Gebäude verwüstet. Heute gehört es der Universität Oppeln und steht unter Denkmalschutz.
Park und Außenanlagen kannst du das ganze Jahr über ansehen; plane dafür 45–60 Minuten ein. Die Innenräume sind nur gelegentlich zugänglich: Laut Broschüre des Oppelner Schlösserwegs bietet der Verein „Dąbrowskie Skarby“ in der Saison am ersten Wochenende des Monats von 12 bis 15 Uhr Führungen an, Gruppen können andere Termine vereinbaren. Die Angaben zu den Saisonmonaten unterscheiden sich je nach Quelle, daher prüfe die aktuellen Termine vorab auf der Facebook-Seite des Schlosses (Dabrowa.Zamek). Im Oktober solltest du nur mit einem Spaziergang rund ums Schloss rechnen. Führungen finden in der Regel auf Polnisch statt. Betritt das Gebäude, das noch gesichert und saniert werden muss, nicht auf eigene Faust.
Dambrau ist ein Ziel für Architekturfans, Fotografen und Radfahrer, weniger für alle, die eingerichtete Museumsräume erwarten. Mit Kindern und Hund kannst du entspannt durch den Park spazieren; die Wege sind flach, aber nicht befestigt und nach Regen oft matschig. Am schönsten ist es im Frühling, wenn der Waldboden blüht, und im frühen Herbst, wenn das bunte Laub vor den weißen Fassaden leuchtet. Für Reisende mit deutscher Familiengeschichte in Schlesien ist das Schloss zudem ein anschauliches Beispiel dafür, wie sehr sich die Adelslandschaft der Region nach 1945 verändert hat.
Adresse: ul. Zamkowa, 49-120 Dąbrowa. Die Autobahn A4 verläuft in der Nähe – das Schloss liegt damit fast auf dem Weg von Görlitz und Breslau (Wrocław) Richtung Kattowitz und Krakau. Von Breslau brauchst du mit dem Auto etwa eine Stunde, von Dresden rund vier Stunden. Parken kannst du am Tor oder an der Dorfstraße. Mit der Bahn erreichst du den Haltepunkt Dąbrowa Niemodlińska an der Strecke Oppeln–Breslau; von dort ist es ein kurzer Fußweg.
Gut kombinieren lässt sich der Besuch mit Schloss Falkenberg (Niemodlin, ca. 10 km), dem Schloss in Proskau (Prószków) und der Altstadt von Oppeln.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026