Berge & Gipfel
Auf zwei Gipfeln des Eulengebirges über dem Silberpass erhebt sich die größte Gebirgsfestung Polens — die am besten erhaltene Befestigung dieser Art im Land. Preußen errichtete sie 1765–1777 im Auftrag Friedrichs II., um das gerade gewonnene Schlesien zu sichern. Der Bau verschlang 1.668.000 Taler, finanziert unter anderem durch eine Sonderabgabe, die Schlesier den „Silberberg-Zuschuss" nannten.
Das Herz der Festung bildet der Donjon — der größte seiner Art auf dem Kontinent: vier Türme von 60 m Durchmesser mit 12 m dicken Mauern. Im Inneren lagen 151 Kasematten auf drei Ebenen: Bäckerei, Brauerei, Hospital, Kapelle und Kerker. Neun Brunnen sicherten das Wasser, der tiefste reicht 84 m in den Fels. Die Garnison zählte 2.500–3.500 Mann mit 264 Geschützen, die Vorräte sollten 3–5 Monate Belagerung reichen.
Die Festung wurde nie erobert. Ihre einzige Belagerung — der Sturm bayerischer und württembergischer Truppen am 28. Juni 1807 — endete durch den Frieden von Tilsit. Später dienten die Forts als politisches Gefängnis (hier saß unter anderem der Schriftsteller Fritz Reuter ein), und von 1939 bis 1941 war die Oflag VIII B untergebracht, ein Lager für polnische Offiziere, unter ihnen Konteradmiral Józef Unrug. In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 1940 gelang neun von ihnen die Flucht; drei schafften es bis nach Syrien.
Die Route führt durch Kasematten, Bastionen und den Donjon — die Führung ist zu empfehlen, denn die Erzählungen wecken die Festung zum Leben. Nehmen Sie eine zusätzliche Jacke mit: In den Kasematten bleibt es auch im Sommer kühl, und zwischen den Forts läuft man im Freien. Planen Sie einen guten halben Tag ein; in der Saison finden historische Veranstaltungen statt. Seit 2004 trägt die Anlage den Titel Pomnik historii (Denkmal von nationaler Bedeutung).
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