Festungen
An der Mündung der Narew und der Wkra in die Weichsel, rund 30 km nordwestlich von Warschau, liegt eine der größten und besterhaltenen Festungen Polens. Den Bau befahl Napoleon persönlich am 1. Dezember 1806, den ersten Entwurf lieferte General François de Chasseloup-Laubat. Allein in der Zitadelle ziehen sich die Kasernen über 2250 Meter hin — das längste Gebäude Europas.
Der Verteidigungsring wuchs über ein Jahrhundert und vereint französische, russische und polnische Festungsbaukunst: Den Kern errichtete man 1807–1812, 1812 allein arbeiteten 10.000–12.000 Bauern aus der Umgebung mit. Die Festung wurde viermal verteidigt — 1813, 1831, 1915 und 1939 — und erlebte 1920 Kämpfe des Polnisch-Sowjetischen Kriegs. Im Sturm genommen wurde sie nie: Die Belagerung ab dem 5. Februar 1813 währte Wochen und band erhebliche russische Kräfte in Napoleons Rücken.
Um die Zitadelle legen sich befestigte Brückenköpfe und zwei Fortringe, erbaut von den 1880er Jahren bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. An der Weichsel steht der Speicher (Spichlerz), ein Riese von 256 m Länge. Kasematten, Bastionen und Erdwälle bilden eine Landschaft, in der man Entfernungen zwischen den Werken in Hunderten von Metern misst.
Am besten erschließt man Modlin bei einem geführten Rundgang durch unterirdische Gänge und Kasematten — prüfen Sie Routen und Zeiten vorab. Die Fahrt von Warschau dauert rund eine halbe Stunde, die Festung passt also bequem in einen halben Tagesausflug. Für die Kasematten gehören eine warme Schicht und eine Lampe ins Gepäck: Auch im Sommer ist es dort unten kühl.
Booking.com
Hotels, Pensionen und Apartments in der Nähe von Festung Modlin.
Unterkünfte auf Booking.com ansehenAffiliate-Link — wir können eine Provision für Buchungen erhalten.