Denkmäler & Hügel
Warschau, Masowien

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Audio-Spaziergang durch Warschau — 13 Stationen, 2 davon kostenlos anhören
13 Stationen 90 Min. 2,9 km
Die Warschauer Sirene (Syrenka) auf dem Altstädter Markt ist das bekannteste Denkmal für das Wappentier der polnischen Hauptstadt: Mit erhobenem Schwert und rundem Schild steht die Meerjungfrau mitten auf dem Platz, umgeben von bunten Bürgerhäusern, die nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurden. Wer die Sehenswürdigkeiten der Warschauer Altstadt erkunden will, kommt an ihr nicht vorbei – und erfährt nebenbei viel über die bewegte Geschichte der Stadt.
Die Sirene erscheint seit etwa 1400 auf Warschauer Siegeln. Die frühen Darstellungen unterschieden sich deutlich von der heutigen Figur; erst im Lauf der Jahrhunderte setzte sich die Frau mit Fischschwanz, Schwert und Schild durch.
Das Denkmal auf dem Markt entstand 1855. Das Modell schuf Anfang Februar der Bildhauer Konstanty Hegel, Professor an der Warschauer Kunstschule; gegossen wurde es in der Fabrik von Karol Juliusz Minter, damals der größten Gießerei im Russischen Reich. Laut Museum Warschau besteht der Guss aus bronziertem Zinn – billiger als Bronze, aber deutlich weicher. Die Figur schmückte einen Brunnen, der an die neue Wasserleitung von Henryk Marconi angeschlossen war, ungefähr dort, wo bis 1817 das Rathaus stand.
Die Sirene blieb nicht lange an ihrem Platz:
Den Zweiten Weltkrieg überstand sie am Solec, allerdings schwer beschädigt. Die Gießerei der Brüder Łopieński ersetzte das abgerissene Schwert, goss linke Hand und Schild neu und verschloss mehr als 50 Einschusslöcher.
Wegen wiederholten Vandalismus ließ die Stadt eine Kopie aufstellen. 2008 gelangte das rund 180 cm hohe Original in die Sammlung des Museums Warschau, das in den Bürgerhäusern desselben Platzes untergebracht ist. Es wird in der Ausstellung „Dinge aus Warschau“ (Saal der Sirenen) geführt – ob es gerade zu sehen ist, prüfst du am besten vorab auf der Website des Museums.
Die Figur selbst ist in wenigen Minuten gesehen, aber als Teil der Altstadt lohnt sich der Besuch unbedingt. Die Warschauer Altstadt wurde 1944 von deutschen Truppen systematisch zerstört und danach sorgfältig wiederaufgebaut – deshalb steht sie seit 1980 auf der UNESCO-Welterbeliste. Das Denkmal steht auf einem öffentlichen Platz: Eintritt frei, rund um die Uhr zugänglich.
Praktische Tipps:
Von Berlin aus erreichst du Warschau direkt mit dem Zug oder über die Autobahn A2. Die Altstadt ist Fußgängerzone: Fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis in die Nähe des Schlossplatzes (Plac Zamkowy) und gehe von dort ein paar Minuten zu Fuß. Das Auto parkst du außerhalb der Altstadt in der gebührenpflichtigen Parkzone.
Gleich nebenan liegen das Königsschloss mit dem Schlossplatz und der Sigismundsäule, die Barbakane und das Museum Warschau. Eine zweite, jüngere Sirene von Ludwika Nitschowa steht am Weichselufer im Stadtteil Powiśle.
Eintritt frei
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026