Berge & Gipfel
Der höchste Gipfel des Heuscheuergebirges (Góry Stołowe) — meist mit 919 m ü. M. angegeben, wobei Messungen des eigentlichen Gipfels (Fotel Pradziada) 922 m ergeben — mit Aussichtsterrassen über die gesamte Sudetenpanorama. Der Gipfel besteht aus oberkreidezeitlichen Quadersandsteinen, die zu gewaltigen Tafeln zerklüftet sind, und 680 in den Fels gehauene Stufen führen hinauf. Er gehört zur Krone der polnischen und der niederschlesischen Berge.
1814 legte Franz Pabel, Dorfschulze von Karłów und erster Bergführer, die ersten Stufen an — Gipfeltourismus blickt hier auf über zwei Jahrhunderte zurück. Zu den Besuchern zählten König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, Goethe und der spätere US-Präsident John Quincy Adams (25. August 1800). Seit 1846 besteht die Gipfelherberge, heute die PTTK-Hütte "Na Szczelińcu".
Auf dem Hochplateau wartet ein Labyrinth tier- und gestaltähnlicher Felsen — Kamel, Mammut, Henne, Schildkröte — sowie die Felsschluchten Piekiełko und Diabelska Kuchnia. Die Wackelsteine, etwa die Wiege der Prinzessin Emilia, lassen sich mit leichtem Druck bewegen. Auf dem Fotel Pradziada steht die Inschrift IHSV 1576 (In hoc signo vinces) — die älteste Menschenspur auf dem Gipfel. In den schattigen Gängen kann der Schnee bis Juli liegen bleiben.
Start am gebührenpflichtigen Parkplatz in Karłów; die Plateaurunde ist etwa 5 km lang und nur in einer Richtung begehbar. Der Eintritt zum Gipfel ist in der touristischen Saison kostenpflichtig — hier beginnt der Nationalpark Heuscheuergebirge. Planen Sie 2–3 Stunden für die Runde mit Hüttenpause ein; an Wochenenden und in den Ferien besser vor Mittag kommen. Nach Regen werden die Felsen rutschig, also unbedingt Schuhe mit Profil.
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