Technikdenkmäler
Radków, Niederschlesien
Die Straße der hundert Kurven (Droga Stu Zakrętów), früher Heuscheuerstraße, ist der schönste Abschnitt der Woiwodschaftsstraße 387 im Heuscheuergebirge (Góry Stołowe). Auf rund 23 km führt sie von Wünschelburg (Radków) über Karlsberg (Karłów) und den Lisia-Pass nach Bad Kudowa (Kudowa-Zdrój), überwindet dabei mehr als 400 m Höhenunterschied und verbindet die wichtigsten Ziele des Nationalparks Heuscheuergebirge. Für viele Autofahrer, Motorradfahrer und Radsportler ist sie die klassische Panoramastraße Niederschlesiens.
Die Strecke liegt im Glatzer Land direkt an der tschechischen Grenze. Von Breslau (Wrocław) sind es etwa zwei Autostunden. Aus Sachsen ist auch die Anreise über Tschechien und den Grenzübergang Náchod–Kudowa praktisch – so lässt sich die Fahrt gut in eine Rundreise durch Schlesien und Böhmen einbauen.
Gebaut wurde die Straße 1867–1870, kurz nach dem Deutschen Krieg von 1866, als die Grafschaft Glatz zu Preußen gehörte. Ihren deutschen Namen verdankt sie der Heuscheuer, dem höchsten Berg des Gebirges (polnisch Szczeliniec Wielki). Mit ihrer Eröffnung verloren ältere Wege über das Gebirge an Bedeutung. Die gesamte Straße 387 ist etwa 35 km lang, als „Straße der hundert Kurven“ gilt aber nur der Bergabschnitt ab Wünschelburg.
In der Nähe liegen die Felsenlabyrinthe der Heuscheuer und der Wilden Löcher (Błędne Skały). Beide gehören zum Nationalpark und sind eintrittspflichtig – die aktuellen Regeln findest du beim Park.
Am besten parkst du morgens in Karłów und steigst auf die Große Heuscheuer (Szczeliniec Wielki, 919 m) – oben wartet ein Labyrinth aus Sandsteinspalten und Aussichtspunkten. Nachmittags geht es weiter Richtung Lisia-Pass und Wilde Löcher, abends über die Serpentinen hinunter nach Bad Kudowa zum Spaziergang im Kurpark. Wer die Strecke ohne Wanderung fahren will, kann sie gut mit einer Rückfahrt über Glatz (Kłodzko) zu einer Runde verbinden.
Die Straße ist schmal, verläuft teils an steilen Hängen, und die Kurven sind eng. Halte nicht auf der Fahrbahn, sondern nutze Parkplätze, etwa in Karłów. Im Winter wird geräumt, bei starkem Schneefall kann die Strecke trotzdem unpassierbar sein. Nach einem Erdrutsch war sie vom Februar 2023 bis Februar 2024 gesperrt – prüfe vor der Fahrt die Meldungen der niederschlesischen Straßenverwaltung (DSDiK). Die Durchfahrt ist kostenlos und rund um die Uhr möglich.
Ja, besonders im Herbst, wenn sich die Wälder färben. Ohne Stopps brauchst du etwa eine halbe Stunde; mit Wanderung auf die Heuscheuer oder durch die Wilden Löcher wird ein ganzer Tag daraus. An Sommerwochenenden ist rund um Karłów viel los. Fotostopps solltest du nur an ausgewiesenen Parkplätzen einlegen – auf den engen Abschnitten gibt es kaum Platz zum Anhalten, und hinter jeder Kurve kann ein Bus oder Radfahrer auftauchen.
Eintritt frei
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026