Museen
Duszniki-Zdrój, Niederschlesien
In Niederschlesien gab es einst rund 100 Papiermühlen. Erhalten blieb nur eine — im Kurort Duszniki-Zdrój, dem früheren Bad Reinerz, an der Weistritz (Bystrzyca Dusznicka). Seit 1968 beherbergt sie das Papiermuseum, und in der Schöpferei entsteht bis heute handgeschöpftes Papier auf historischen Geräten. Es ist der einzige Betrieb dieser Art in Polen und einer von wenigen in Europa; seit 2011 steht die Mühle als Geschichtsdenkmal unter dem höchsten Denkmalschutz des Landes.
Das früheste Dokument über die Mühle stammt von 1562 und betrifft den Verkauf von Anteilen an der Schöpferei durch Ambrosius Tepper — die Mühle muss also schon früher bestanden haben. Ein Hochwasser zerstörte 1601 große Teile, doch bereits 1605 wurde wieder geschöpft; dendrochronologische Untersuchungen bestätigten, dass die Hölzer des Hauptgebäudes genau aus diesem Jahr stammen. Ihre Blütezeit erlebte die Mühle im 17. und 18. Jahrhundert. 1750 erhielt die Besitzerfamilie Heller den erblichen Titel „königliche Papiermacher“, und das Papier aus Duszniki galt als eines der besten Schlesiens. Der Überlieferung nach schrieb auch Frédéric Chopin darauf, als er 1826 in Duszniki zur Kur weilte.
Das Gebäude verbindet auf seltene Weise Produktionsstätte und Wohnsitz wohlhabender Papiermacher. Die Hauptmühle ist ein Fachwerkbau auf hohem Steinsockel mit steilem Schindeldach, Lüftungsschlitzen auf mehreren Ebenen und einem barocken Volutengiebel im Westen. Im Osten schließt sich das hölzerne Trockenhaus an — sein Holz wurde laut Jahrringanalyse 1742–1743 geschlagen. Im Norden führt ein achteckiger Eingangspavillon mit Kuppeldach über einen überdachten Steg über den Mühlgraben ins Innere.
Der Rundgang führt durch Ausstellungen zur Geschichte des Papiers, zu Wasserzeichen und Filigranen, durch eine der weltweit größten Sammlungen historischer Papierprüfgeräte und eine Schau polnischer Banknoten seit 1794. In der Schöpferei sehen Sie den Holländer zum Zerkleinern der Faser sowie Bütten, Schöpfformen und Pressen. Dazu kommen eine japanische Papierwerkstatt mit einem Altar der Papiergöttin Kawakami Gozen und ein Garten mit Faserpflanzen.
Höhepunkt ist der Schöpf-Workshop — Ihr eigenes Blatt nehmen Sie mit nach Hause. Planen Sie für den Besuch samt Workshop etwa 1,5–2 Stunden ein. Öffnungszeiten und Preise prüfen Sie am besten vorab auf der Website des Museums. Das Gebäude ist teilweise barrierefrei zugänglich. Wenn Sie den Termin frei wählen können, kommen Sie am letzten Juliwochenende: Dann feiert das Museum sein Papierfest mit Workshops zu Druck, Marmorierung und Buchbinderei.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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