Berge & Gipfel
Duszniki-Zdrój, Niederschlesien
Auf dem Gipfel der Hohen Mense standen einst Kaiser Joseph II., der spätere US-Präsident John Quincy Adams und der junge Fryderyk Chopin. Der Grenzgipfel (1084 m) ist der höchste Punkt des polnischen Teils des Adlergebirges (Góry Orlickie) und der Mittelsudeten, und seit 2021 steht daneben ein hölzerner Aussichtsturm mit einem Panorama bis zur Schneekoppe. Dank der Nähe zu Zieleniec ist er einer der am leichtesten erreichbaren Gipfel der Krone der polnischen Berge.
Die Hohe Mense (polnisch Orlica, tschechisch Vrchmezí) liegt an der polnisch-tschechischen Grenze, rund 11 km südlich von Bad Reinerz (Duszniki-Zdrój). Der Gipfelpunkt selbst liegt auf tschechischer Seite, die Grenze verläuft etwa 25 m östlich davon. Über den Kamm führt die europäische Hauptwasserscheide zwischen Ostsee und Nordsee. Der Berg besteht aus Glimmerschiefer mit Einlagerungen von kristallinem Kalk. Auf Polnisch hieß er früher Międzywierch.
Die erste Aussichtsplattform entstand hier bereits 1779. Bald darauf wurde die Straße von Bad Reinerz nach Zieleniec gebaut, die „Straße zum Glück“, und die Zahl der Besucher stieg rasch. Unterhalb des Gipfels stand eine ganzjährig geöffnete Baude mit Turm, betrieben von Heinrich Rübartsch (1852–1930), einem Pionier des Wanderns und Skifahrens in den Sudeten, der die ersten Skispuren im Adlergebirge zog. Nach 1945 wurde die Baude nicht wieder eröffnet, 1946 brannte sie ab; nur Mauerreste sind geblieben. Im Oktober 2021 wurde der neue Aussichtsturm eröffnet.
Der Turm steht auf polnischer Seite, etwa 50 m vom Gipfel entfernt. Er ist 25,5 m hoch, die Hauptplattform liegt auf 17,7 m, unterwegs gibt es drei Rastpodeste. Die Konstruktion ist aus Holz, der Sockel aus einheimischem Schiefer dient Wanderern als Unterstand mit Bänken, Tischen und Fahrradständern. Von oben sehen Sie Adler-, Habelschwerdter, Heuscheuer-, Eulen- und Warthagebirge sowie das Glatzer Schneegebirge, bei klarer Sicht auch das Riesengebirge mit der über 60 km entfernten Schneekoppe.
Am 21. September 2012 wurde auf dem Gipfel ein Denkmal für drei berühmte Besucher enthüllt: Kaiser Joseph II. (1779), John Quincy Adams (1800) und Fryderyk Chopin (1826), der damals zur Kur in Bad Reinerz weilte. Etwa 200 m unterhalb des Gipfels liegt am Osthang die Höhle Złota Sztolnia (Goldener Stollen).
Der kürzeste Weg ist der grüne Wanderweg vom Rübartsch-Stein im Westteil von Zieleniec; parken können Sie vor dem Hotel Zieleniec. Länger ist der rote Weg, teils auf tschechischer Seite, über den Šerlich; im Frühjahr und Herbst lässt sich der Aufstieg mit den Liften Gryglówka oder Nartorama abkürzen, sofern sie fahren. Der Gipfel ist auch mit dem Rad erreichbar, im Winter führen Langlaufloipen hierher. Für Aufstieg und Aussicht genügen 1,5–2 Stunden. Nehmen Sie eine Windjacke mit: Auf der Plattform weht es auch an warmen Tagen kräftig.
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