Berge & Gipfel
Die Granitkuppel, die sich 718 m ü. M. über das Vorgebirge der Sudeten erhebt, ist schon von weitem zu sehen, unter anderem von der Autobahn A4. Der Ślęża ist der höchste Gipfel seines Massivs und des gesamten Sudetenvorgebirges und wird Schlesischer Olymp genannt. Er gehört zur Krone der polnischen Berge und zur Krone der Sudeten, und mit einer relativen Höhe von über 500 Metern bietet er einen echten Bergaufstieg, der sich von Breslau, Schweidnitz oder Waldenburg aus im Tagesausflug erreichen lässt.
Der Ślęża blieb bis ins 11. Jahrhundert ein Zentrum der Sonnenverehrung — der Chronist Thietmar von Merseburg vermerkte, dass der Berg wegen seiner Größe und der dort abgehaltenen Riten in großer Ehre stand. Steinerne Kultbauten werden auf die Zeit vom 13. bis zum 5. Jahrhundert v. Chr. datiert. Aus jener Zeit stammen die Granitskulpturen am Gipfel: der Bär, das Wahrzeichen des Massivs, und der Mönch, ein über 2 Meter hoher Monolith. Das Mädchen mit dem Fisch und der Bär tragen das Zeichen eines schrägen Kreuzes, das einst mit dem Sonnenkult in Verbindung gebracht wurde.
Auf dem Gipfel steht die Kirche Mariä Heimsuchung von 1852, in deren Untergeschossen romanische Mauern freigelegt wurden; früher erhob sich hier die Burg des Bolko II., die 1543 einem Sturm zum Opfer fiel. Daneben warten ein kostenloser, 12 Meter hoher Betonaussichtsturm mit drei Ebenen, das Millenniumskreuz von 2000, ein Antennenmast von 1958 und das Roman-Zmorski-Touristenhaus von 1908.
Der kürzeste Weg zum Gipfel führt über den gelben Pfad vom Pass Tąpadła: 3,2 km, etwa 1,5 Stunden und 339 Aufstiegsmeter. Die klassische Wahl ist der rote Slensanenweg von Sobótka — 5,2 km, etwa 2 Stunden Gehzeit und 536 Aufstiegsmeter. Die blaue Variante von demselben Ort ist kürzer, dafür steiler, und am Pass Tąpadła zwischen Ślęża und Radunia gibt es Waldparkplätze und einen Imbiss.
Der Eintritt ist frei und ganzjährig möglich, auch nach Einbruch der Dunkelheit. Das Auto stellt man auf dem Parkplatz an der Straße Armii Krajowej in Sobótka ab, der in der Saison gebührenpflichtig ist. Wenn Sie die Route über den Pass Tąpadła planen, lohnt sich ein Abstecher zum benachbarten Wieżyca mit dem renovierten Bismarckturm von 1907.
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