Festungen
Świdnica, im Mittelalter Hauptstadt des Fürstentums Schweidnitz-Jauer, war eine der bestbefestigten Städte Schlesiens. Die erste Erwähnung der Befestigungen stammt aus dem Jahr 1285, als Herzog Heinrich IV. Probus die Juden von Schweidnitz zu Wache und Mauerbau verpflichtete. Steinliche Befestigungen wuchsen also schon im 13. Jahrhundert.
Der Ring war etwa 2,3 Kilometer lang und verlief entlang der heutigen Straßen Żeromskiego, Muzealna, Konopnicka, 1 Maja, Wrocławska und der Allee Niepodległości. Sieben Tore führten in die Stadt, darunter das Striegauer Tor im Norden und das Liebauer Tor, auch Untertor genannt, im Süden; das Nikolaistor nutzten die Schüler der Pfarrschule, daher sein zweiter Name — Schulpforte. Nach der Fertigstellung im Jahr 1623 bildeten die Befestigungen einen dreifachen Ring mit über 70 Türmen und Basteien.
Hussitische Truppen konnten die Stadt 1429 nicht einnehmen, doch der Dreißigjährige Krieg beschädigte die Werke schwer. In den Jahren 1743–1753, als Schweidnitz zur Festung erhoben wurde, trug man Teile der Mauern ab, und 1807 wurden die Reste auf Napoleons Befehl gesprengt.
An die mittelalterlichen Befestigungen erinnern heute die Bastei des Striegauer Tores an der ulica Basztowa, die Barbarakapelle aus dem 16. Jahrhundert an der ulica Zamkowa sowie Mauerzüge an der Allee Niepodległości und der ulica Wrocławska — höchstwahrscheinlich die Originale aus der Zeit um 1300. Bei Erdarbeiten kamen Reste der Tore Kraszowice, Peter und Kaptur zum Vorschein. An der ul. Muzealna 1 sehen Sie ein Renaissanceportal von 1537, entstanden beim Wiederaufbau der Burg nach einem Brand — die einzige sichtbare Spur der Residenz, an deren Stelle die Kapuziner später ihr Kloster errichteten.
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