Natur
Weiße Felsen, die aus Wäldern und Feldern ragen, sind das markanteste Merkmal der Landschaft der Krakau-Tschenstochauer Jura. Ihr Material lagerte sich am Boden eines flachen, warmen Meeres während der Jurazeit ab, vor 201 bis 145 Millionen Jahren; das Alter der Gesteine selbst wird auf rund 150 Millionen Jahre geschätzt. Die härtesten Blöcke haben bis heute als Härtlinge fantastischer Formen überdauert, oft mit sehr bildhaften Namen.
Die Herkuleskeule bei Pieskowa Skała im Nationalpark Ojców ist der berühmteste Fels der Region, bekannt aus Schulbüchern; früher wurde er bestiegen, heute ist das Klettern verboten. Im Norden der Jura wurde der Okiennik Wielki bei Skarżyce zum Wahrzeichen — ein mächtiger Fels mit einer 5 Meter großen Öffnung, dem Überbleibsel einer alten Höhle, ohne Ausrüstung, aber nur mit großer Vorsicht erreichbar.
Lohnend sind auch die Felstore. Das Bolechowicer Tor, gebildet von zwei bis zu 30 Meter hohen Felsen — der Pokutników-Pfeiler und der Abaze-Pfeiler — öffnet das Bolechowice-Tal. Es ist ein Übungsgelände für Kletterer: 1993 durchstieg Wojciech Kurtyka an der Pokutników-Wand die Route Chiński Maharadża frei. In den Juragesteinen finden sich zudem Fossilien von Ammoniten, der Spiralschalen jener Meeresorganismen, aus denen der Kalkstein entstand.
Die Jura gehört zu den wichtigsten Klettergebieten Polens, mit hunderten Routen aller Schwierigkeitsgrade. Zu den beliebtesten Zentren zählen die Gegend um Podlesice mit dem Zborów-Berg, die Felsen von Rzędkowice, die Felsenstadt Podzamcze und die Felsen der Krakauer Täler. Die meisten Felsen sind rund um die Uhr frei zugänglich; Ausnahmen gelten nahe Burgen und in Nationalparks.
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