Natur
gmina Kroczyce, Schlesien
Das Krakau-Tschenstochauer Hochland – der „Polnische Jura“ – ist ein rund 80 km langer Gürtel aus Kalkfelsen zwischen Krakau und Tschenstochau, und die Gemeinde Kroczyce liegt in seinem für Kletterer reizvollsten Teil. Auf den Skały Kroczyckie mit Góra Zborów und Kołoczek stehen Dutzende Felstürme mit Namen wie Kamel, Nonne oder Buddhas Bäuche. Die Gemeinde selbst nennt sie ein „Mekka für Kletterer, besonders für Anfänger“.
Das Hochland war mehrmals Meeresboden, sein Untergrund besteht vor allem aus Oberjura-Kalkstein. Die Felsen, die Dutzende Meter über die Umgebung ragen, sind das Ergebnis von Karstprozessen im subtropischen Klima des Tertiärs: Weichere Schichten wurden gelöst und ausgewaschen, die harten blieben stehen. Dieselben Prozesse schufen Höhlen und Felsdächer. Den Namen Krakau-Tschenstochauer Hochland führte 1947 Stanisław Pietkiewicz ein; umgangssprachlich heißt die Gegend einfach „Jura“.
Der Höhenzug Skały Kroczyckie ist etwa 4 km lang und reicht vom Stausee Dzibice bis zur Straße von Żarki nach Kroczyce. Höchster Punkt ist der Góra Zborów – laut Gemeinde 462 m hoch –, die höchste Erhebung der früheren Woiwodschaft Tschenstochau und ein hervorragender Aussichtspunkt. Der Sage nach versammelten sich hier Hexen, bevor sie zum Hexensabbat auf die Łysa Góra flogen. Seit 1957 schützt ihn ein 45 ha großes Naturreservat, das auch den benachbarten Kołoczek mit dem Felsturm Wielki Dziad umfasst. Vom Gipfel sieht man die Burgen Morsko, Bobolice, Mirów und Ogrodzieniec.
Am Fuß der Dwoista Baszta liegt die Jaskinia Głęboka, die einzige Schauhöhle im nördlichen Jura. Auf dem Hügel Słupsko gibt es zwei archäologische Fundstellen: einen frühmittelalterlichen Burgwall und ein Lager aus dem Mittelpaläolithikum.
Die Felsen des Góra Zborów sind bis zu 30 m hoch und von einem dichten Routennetz überzogen; Kletterer tauften Türme wie Biała Baszta, Sfinks, Młynarze oder Kruk. Im ganzen Jura reichen die Schwierigkeiten von II bis VI.8 nach polnischer Skala. Im Reservat gelten Regeln: Gipfel dürfen weder betreten noch begangen werden, weil dort Trockenrasen renaturiert wird. Wenige Kilometer entfernt, in Piaseczno, liegt der Okiennik Wielki mit rund 110 Routen.
Über die Felsen verlaufen der Adlerhorst-Weg und der Weg der Jura-Festungen sowie Rad- und Langlaufrouten. Für eine Wanderung über Góra Zborów und Kołoczek sollten Sie 2–3 Stunden einplanen. Wer ohne Erfahrung klettern möchte, bucht am besten einen Kletterlehrer – ungesichert auf einen Felsen zu steigen ist leichtsinnig.
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