Kirchen & Klöster
Kroczyce, Schlesien
Der Hauptaltar der Kirche in Kroczyce ist weder aus Holz noch aus Marmor: Er ist eine Grotte nach dem Vorbild von Lourdes, aufgeschichtet aus Blöcken einheimischen Kalzits, eines Minerals, das früher in den umliegenden Jurafelsen abgebaut wurde. Die doppeltürmige Kirche aus den Jahren 1893–1895 steht an der Hauptstraße des Dorfes, wenige Kilometer vom Felsmassiv Góra Zborów entfernt, und ihre Pfarrgeschichte reicht bis ins Mittelalter zurück.
Schriftlichen Quellen zufolge bestand die Pfarrei Kroczyce bereits im 12. Jahrhundert. Vor der heutigen Kirche standen hier nacheinander mehrere Holzkirchen; die erste brannte ab. Die nächste stiftete 1427 Piotr Firlej als Dank für seine glückliche Heimkehr aus der Schlacht bei Grunwald (Tannenberg) 1410. Diese Holzkirche, von Pfarrern und Wohltätern immer weiter ausgestattet, überdauerte bis ins 19. Jahrhundert.
Ende des 19. Jahrhunderts war sie für die wachsende Gemeinde zu klein. Pfarrer Walenty Rajmiński baute sie 1893–1895 zu einer deutlich größeren gemauerten Kirche mit zwei Fronttürmen und separatem Glockenturm um. Einen Großteil der Kosten trug der örtliche Gutsherr Józef Rutkiewicz. Geweiht wurde die Kirche erst am 16. Juni 1912 durch Bischof Augustyn Łoziński. Im Ersten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt und musste danach gründlich erneuert werden; eine weitere Renovierung folgte 1963.
Die Kirche hat zwei Patrone und zwei Patronatsfeste: am 22. Juli (hl. Maria Magdalena) und am 17. August (hl. Hyazinth). Der Kalzit war kein exotisches Material: Kristallinen Kalzit, hier szpat (Spat) genannt, baute man in den Hügeln um Podlesice bis Anfang der 1950er-Jahre ab, vor allem für die Glasindustrie. Seit den 1950er-Jahren sind die Karmelitinnen vom Jesuskind mit der Pfarrei verbunden. Kirchlich gehört sie zum Bistum Kielce, obwohl das Dorf in der Woiwodschaft Schlesien liegt.
Es ist eine aktive Pfarrkirche – den Innenraum besichtigen Sie am besten kurz vor oder nach der Messe, ohne Gottesdienste zu stören. Der Eintritt ist frei. Für Kirche und Linden genügen 20–30 Minuten. Adresse: ul. 1 Maja 2, Kroczyce (Kreis Zawiercie), an der Kreuzung der Landesstraße 78 mit der Woiwodschaftsstraße 792.
Am besten verbinden Sie den Besuch mit der Góra Zborów und der Höhle Jaskinia Głęboka in Podlesice, wo früher Kalzit abgebaut wurde. Ganz in der Nähe liegen auch die Felsen von Kroczyce und die Burgen des Adlerhorst-Wegs in Mirów und Bobolice.
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