Natur
Okiennik Wielki ist der bekannteste Felsrest im schlesischen Teil der Krakau-Tschenstochauer Jura und eines ihrer Wahrzeichen. Er ragt an der Grenze der Dörfer Piaseczno und Skarżyce (Gemeinde Kroczyce) direkt am roten Adlerhorst-Wanderweg auf und ist schon von weitem sichtbar — im Gipfel öffnet sich ein Fenster von etwa 7 × 5 Metern.
Okiennik ist in Wahrheit der Rest einer ehemaligen Höhle: Die Verwitterung zerstörte den weicheren Kalkstein, sodass nur der härteste Kern von rund 50 Metern Höhe blieb. Die Öffnung oben ist die alte Höhlenkammer, darunter liegt eine weitere 9 Meter lange Höhle — hell und trocken, wenn auch windig, denn sie hat zwei Öffnungen.
Archäologen fanden Spuren des Menschen von vor rund 100 000 Jahren aus dem Mittelpaläolithikum: Feuersteinwerkzeuge (die 1921 gefundenen kamen in das Museum für Archäologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften), Holzkohle, Tonscherben und Eisenobjekte aus dem Mittelalter. Im Fenster sind Auskesselungen nach Balken einer Warft aus dem 11. Jahrhundert zu sehen — Historiker streiten bis heute, ob hier wirklich eine Burg stand, und verknüpfen den Felsen mit dem legendären Räuber Malarski und dem nahen Bąkowiec.
Für Kletterer gehört Okiennik zu den interessantesten Felsen der Jura; der schwerste Weg „Super Akcje" hat den Schwierigkeitsgrad VI.6. Ein Pfad von hinten führt bis ans Fenster, sicher ist er jedoch nur bis zur unteren Öffnung. Jeden September findet hier die Juromania statt — ein Fest der Jura, bei dem Sie unter Anleitung von Instruktoren den Abstieg am Seil aus dem Fenster wagen können.
Zum Felsen gelangen Sie vom kostenlosen Parkplatz an der Okiennik-Straße in Piaseczno; der Weg dauert wenige Minuten, eine befestigte Runde führt um den Felsen. Der Fels ist nicht gesichert — Vorsicht, besonders mit Kindern.
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