Kirchen & Klöster
Oberhalb der Häuser von Ślemień, an den bewaldeten Hängen eines Hügels mit optimistischem Namen — Jasna Górka — steht eine Kirche, zu der seit Jahrhunderten gepilgert wird. Das Sanktuarium der Muttergottes gehört zur Pfarrei der Geburt Johannes des Täufers in Ślemień und verbindet bescheidene Architektur mit einer Geschichte, die sowohl eine Wunderquelle als auch einen bewaffneten Überfall kennt.
Die Verehrung auf dem Hügel begann, so die Überlieferung, mit einem Bergler, der in der Mitte des 14. Jahrhunderts von einer Pilgerfahrt nach Częstochowa zurückkehrte. Auf einer Lichtung namens Kumorkowy Groń tauchte er das mitgebrachte Bildchen in einer Quelle — und dort erschien die Muttergottes. Die Nachricht verbreitete sich in der Gegend, von weither kamen Pilger auf die Lichtung, und das Wasser galt bald als wundertätig. Im 17. Jahrhundert stand hier eine Kapelle.
Der Erfolg der Kapelle missfiel den Pfarrern von Rychwałd und Sucha: Bewaffnet stürmten sie den Hügel, schütteten die Quelle zu und rissen die Kapelle nieder. Die Pilgerfahrten wurden gewaltsam zur Kirche in Rychwałd umgeleitet — so blieb es bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Ślemierer Einwohner Józef Pochopień eine Muttergottesfigur stiftete, die heute noch steht, und daneben ein Bildhäuschen errichtete.
Die heutige Kirche entstand 1866 dank des Priesters Antoni Antałkiewicz, der das 900-jährige Jubiläum der Taufe Polens begehen wollte. Im barocken Altar mit vier Säulen, flankiert von den Figuren des heiligen Kasimir und des heiligen Johannes von Kęty, hängt das Bild der Muttergottes von Częstochowa — eine Kopie aus dem 19. Jahrhundert, auf Holz gemalt von Błażej Luks, 2016 gekrönt durch Kardinal Stanisław Dziwisz. Das Bild wird von zwei Schiebetafeln verhüllt: mit der heiligen Anna, Joachim und Maria sowie mit der Fatima-Erscheinung. Unter der Kirche liegt eine steinerne Grotte in Form eines Tunnels mit der Figur der Unbefleckten Empfängnis und einer als wundertätig geltenden Quelle.
Der Aufstieg auf den Hügel ist frei; der Weg vom Dorfzentrum dauert zu Fuß eine Viertelstunde. Lohnend ist der Rundgang durch die Grotte mit ihrer Quelle und ein Blick auf den Altar mit den Schiebetafeln, mit denen das Bild an Festtagen verhüllt wird.
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