Kirchen & Klöster
Jeleśnia, Schlesien
An der Straße von Żywiec zum Grenzübergang nach Korbielów, im oberen Teil von Jeleśnia, steht die barocke St.-Adalbert-Kirche (św. Wojciech). Ihr Turm trägt eine kuppelförmige Haube, die eher an die Kirchen auf der slowakischen Seite der Berge erinnert als an polnische. Innen ist eine fast vollständige Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert erhalten, und mit dem kleinen Dachreiterglöckchen verbindet sich eine der farbigsten Legenden der Region Żywiec.
Die erste Kirche errichteten die Dorfbewohner 1584 auf der sogenannten Witkowa-Flur; sie gehörte damals zur Pfarrei Żywiec. Im selben Jahr goss Jan Wayzer aus Dolný Kubín eine Glocke mit lateinischer Inschrift, die die Gläubigen zum Gottesdienst ruft. Die Holzkirche brannte in den 1620er-Jahren ab, bald darauf entstand eine neue, nun dem hl. Adalbert geweiht. 1628 stattete Königin Konstanze von Österreich, Herrin der Güter von Żywiec, die Pfarrkirche aus, und 1636 wurde Jeleśnia eine eigenständige Pfarrei.
Die gemauerte Kirche entstand 1693–1702 als einschiffiger Bau. 1778–1785 kamen Seitenschiffe und Turm hinzu, wodurch die heutige Form einer Pseudobasilika entstand: drei Schiffe, wobei das Mittelschiff keine eigenen Fenster hat. 1986 wurden Kirche und Pfarrhaus von 1817 ins Denkmalregister eingetragen.
Anfang des 18. Jahrhunderts hielt der Vogt von Żywiec, Andrzej Komoniecki, in seiner Chronik der Region die Geschichte des Glöckchens fest: Auf der Studant-Lichtung oberhalb von Korbielów zündete ein Schäfer einen hohlen Baum an, in dem Räuber ihr Geld versteckt hatten. Die Münzen schmolzen zu einem Klumpen, und aus diesem Metall soll das Glöckchen für die Kirche in Jeleśnia gegossen worden sein. Weniger legendär ist das Schicksal der übrigen Glocken: 1916–1917 beschlagnahmte die österreichische Armee zwei von ihnen, 1918 dazu 50 Zinnpfeifen der Orgel. Das heutige Instrument von 1900, gebaut von der Firma Otto Rieger, hat 23 Register.
Suchen Sie im nördlichen Teil des Chors das schwarze Epitaph vom Grab des Pfarrers Sebastian Chabowski aus dem Jahr 1680 – sein lateinischer Spruch „Heute ich, morgen du“ ist ein klassisches barockes Memento mori. Geöffnet ist die Kirche meist zu den Gottesdiensten. Daneben ist ein Teil des alten Kirchhofs mit zehn steinernen Grabplatten und unter Denkmalschutz stehenden alten Bäumen erhalten. Planen Sie 30–45 Minuten ein; die Kirche liegt bequem auf dem Weg in die Saybuscher Beskiden (Beskid Żywiecki) oder in die Slowakei.
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