Natur
Rzyki, Schlesien
1704 notierte der Saybuscher Vogt und Chronist Andrzej Komoniecki, unter einem großen Felsen oberhalb des Dorfes Las gebe es ein Loch, so geräumig, dass man hundert Stück Vieh hineintreiben könne. Heute heißt es Komoniecki-Höhle – die am leichtesten zugängliche Höhle der Kleinen Beskiden. Im ganzen Gebirge sind rund 50 beschrieben. Tropfsteinhöhlen sind es allerdings nicht: Sie entstanden in dickbankigem Sandstein des Karpatenflyschs, vor allem durch Hangrutschungen und tektonische Bewegungen, und haben daher die Form von Spalten, Klüften und Felsnischen.
Die Höhle liegt auf etwa 700 m im Quellgebiet des Baches Dusica an den Westhängen des Pośredni Groń – verwaltungsmäßig im Dorf Las, Gemeinde Ślemień. Man betritt sie durch eine rund 16 m breite und 2 m hohe Öffnung, teils verdeckt von einem Block, der von der Decke gefallen ist. Innen liegt ein einziger Raum von 115 m², der 11 m in den Fels reicht; er ist niedrig, meist 1–1,5 m, und fast bis hinten vom Tageslicht erhellt – eine Lampe brauchen Sie nicht. Über dem Eingang fällt ein Rinnsal von einer Felsplatte, das im Winter Eisformen bildet.
Forschungen von 1986–1992 fanden Spuren einer großen Feuerstelle, Keramik aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und vor dem Eingang einen Abschlag aus quarzitischem Sandstein, der auf einen Aufenthalt von Menschen am Ende der Eiszeit hindeuten könnte. Überlieferungen zufolge versteckten Bauern aus Targoszów hier im Januar 1945 rund 50 Pferde vor den Besatzern. Für Touristen wurde die Höhle 1983 beschrieben, seit 1993 ist sie Naturdenkmal. Etwa 50 m unterhalb stürzt an der Dusica der Wasserfall Dusiołek herab – 4 m breit und 5 m hoch, der größte der Kleinen Beskiden.
An den Südhängen der Czarne Działy liegt in einem großen Rutschungsgebiet auf 750–800 m eine Gruppe von Höhlen und Felsdächern, zu denen ein markierter Weg führt. Die Einheimischen kannten sie seit Langem, Höhlenforscher aus Bielsko-Biała beschrieben sie aber erst in den 1970er-Jahren. Die Höhlen Czarne Działy I und II sind jeweils rund 55 m lang (der Eingang zur zweiten ist ein enger Schacht); für die dritte gehen die Angaben auseinander: 64 oder 120 m. Die Wietrzna Dziura (Windloch) auf der Magurka Wilkowicka, rund 0,8 km von der Berghütte, ist ein 20 m langer Spaltengang, den schon Komoniecki 1704 erwähnte. Die beiden größten Höhlen der Czarne Działy, die Wietrzna Dziura und die Komoniecki-Höhle stehen als Naturdenkmäler unter Schutz.
Am bequemsten erreichen Sie die Komoniecki-Höhle über die Nebenstraße von der Landstraße Żywiec – Sucha Beskidzka entlang der Dusica, in etwa 1,5 Stunden zu Fuß; in der Nähe verläuft ein gelb markierter Weg. Die Höhle ist ungefährlich und erfordert keine Ausrüstung, nach Regen kann der Zustieg aber rutschig sein. Die übrigen Höhlen sind etwas anderes: Auf eigene Faust sind sie gefährlich – es drohen Steinschlag, Steckenbleiben in engen Durchschlüpfen und Stürze in senkrechte Schächte. Gehen Sie nur mit erfahrenen Höhlenforschern hinein und betrachten Sie sie sonst von außen. Beschädigen Sie den Fels nicht und stören Sie keine Tiere – in der Wietrzna Dziura kommt unter anderem das Große Mausohr vor.
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