Märkte & Altstädte
Woźniki (Woischnik), Schlesien
Woźniki (früher Woischnik) erhielt um 1270 das Marktrecht und gehört damit zu den ältesten Städten Oberschlesiens. Der Markt hat seinen mittelalterlichen Grundriss bewahrt, der zusammen mit den Bürgerhäusern unter Denkmalschutz steht. Auf dem Platz stehen das nach der Wiedererlangung des Stadtrechts errichtete Rathaus, ein Denkmal für Józef Lompa und die Pfarrkirche St. Katharina.
Woźniki lag an einem Zweig des Handelswegs von Krakau nach Breslau und nach den Schlesischen Kriegen an der preußisch-russischen Grenze, mit einer Zollstation. Von 1483 bis 1598 führte man hier ein Stadtbuch, das als erstes polnisches Stadtbuch gilt – polnische Einträge finden sich darin ab 1521. 1798 zerstörte ein Brand fast die ganze Stadt, und der Industrieboom des 19. Jahrhunderts ging an Woźniki vorbei – deshalb blieb der kleinstädtische Charakter erhalten.
Unter preußischer Herrschaft verlor der Ort vorübergehend das Stadtrecht. Dank Bürgermeister Julius Radlik wurde Woźniki 1858 wieder anderen Städten gleichgestellt, und 1858–1862 entstand das Rathaus.
1815 reiste Zar Alexander I. auf dem Weg zum Wiener Kongress durch Woźniki. Lompa zeichnete rund 191 schlesische Märchen und Sagen auf; bevor er nach Woźniki kam, unterrichtete er etwa 30 Jahre im nahen Lubsza und wurde von den preußischen Behörden wegen seines polnischen Engagements entlassen.
Für den Markt genügen 20–30 Minuten. Gehen Sie danach etwa einen Kilometer nach Süden zum Friedhof mit der Holzkirche St. Valentin, wo Lompa begraben ist. Auch der Grojec-Berg in Psary liegt in der Nähe.
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