Märkte & Altstädte
Piwniczna-Zdrój, Kleinpolen
Als 1876 ein Brand durch Piwniczna fegte, blieb vom Brunnen auf dem Marktplatz nur die Figur des heiligen Florian übrig, des Schutzpatrons der Feuerwehr – sie war ins Wasser gefallen. Heute steht sie auf der wiederaufgebauten Zisterne in der Mitte eines viereckigen Platzes, dessen Grundriss sich seit der Stadtgründung im 14. Jahrhundert kaum verändert hat. Der Marktplatz von Piwniczna-Zdrój ist das ruhige Herz eines Kurorts im Tal des Poprad, ideal für einen kurzen Bummel vor einer Wanderung oder einem Besuch in der Trinkhalle.
Piwniczna wurde 1348 von König Kasimir dem Großen nach Magdeburger Recht gegründet, im Rahmen der Besiedlung entlang der damaligen Grenze; Lokator war Hanko, ein Bürger aus Nowy Sącz. Die Siedlung hieß zunächst Piwniczna Szyja, nach einer Engstelle des Poprad; der heutige Name soll von der dicht bewaldeten, schattigen Zufahrt zur Stadt von Norden stammen. Die Lage an einem belebten Handelsweg nach Ungarn brachte Einnahmen, und noch 1786 wurde Piwniczna als für seine Zollämter bekannter Ort beschrieben.
Nach der Ersten Teilung Polens kam die Stadt zum österreichischen Galizien. 1874–1876 wurde die Bahnstrecke Nowy Sącz – Muszyna durch das Tal gebaut, einen Haltepunkt erhielt Piwniczna aber erst 1908, nachdem die Stadt sich an den Kosten beteiligt hatte. Nach dem Brand von 1876, der die hölzerne Kirche und rund 40 Häuser zerstörte, wurden Mineralquellen entdeckt; die ersten Kurgäste kamen 1884. Den Namen Piwniczna-Zdrój („Bad Piwniczna") trägt die Stadt seit 1998.
Jahrelang stand auf der Zisterne ein historischer Feuerwehrwagen, doch 2020 wurde er zur Feuerwache in Kosarzyska gebracht – suchen Sie ihn also nicht auf dem Platz. Die Freiwillige Feuerwehr von Piwniczna besteht seit 1896, was gut zu einem Platz passt, dessen wichtigstes Denkmal dem Schutzpatron der Feuerwehrleute gewidmet ist.
Der Marktplatz ist öffentlich und jederzeit zugänglich; für einen Rundgang genügen 15–20 Minuten, mit Museum etwa eine Stunde. Die Öffnungszeiten des Museums konnten wir auf keiner offiziellen Seite bestätigen – fragen Sie im Kulturzentrum nach. Ganz in der Nähe liegt der Kurpark mit Trinkhalle, wo Sie das örtliche Mineralwasser „Piwniczanka" probieren können. Die Stadt ist Ausgangspunkt für Touren in den Sandezer Beskiden, etwa auf die Eliaszówka (1.024 m) mit Aussichtsturm, von dem man bei klarem Wetter die Tatra sieht. Anreise über die Landesstraße 87 von Nowy Sącz oder mit der Bahn entlang des Poprad.
Eintritt frei
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