Höhlen
Opatów, Heiligkreuz
Unter dem Marktplatz von Opatów erstreckt sich ein Labyrinth, das Kaufleute über Jahrhunderte in den weichen Löss gegraben haben, um Wein, Hering, Häute, Gewürze, Wachs und Salz zu lagern. Heute ist es die Unterirdische Touristenroute Prof. Zbigniew Strzelecki: rund 500 Meter Gänge und Kammern auf drei Ebenen, deren tiefste 14,5 m unter den Marktplatz reicht. Gerettet wurden die Keller erst, als die historischen Häuser darüber Risse bekamen.
Opatów lag an einer Kreuzung großer Handelswege; die Versammlungen des Sandomierer Adels in der Kollegiatkirche St. Martin und die Landgerichte sicherten den Kaufleuten einen festen Absatz. Die Stadtmauern ließen jedoch wenig Platz für neue Lager, während eine bis zu fast 20 m mächtige Lössschicht es erlaubte, unter den Häusern Kammer um Kammer auf immer tieferen Ebenen anzulegen. Die Keller entstanden vermutlich ab dem 13. Jahrhundert; die ältesten sichtbaren Details stammen aus dem 15. Jahrhundert, am intensivsten genutzt wurden sie im 16. und 17. Jahrhundert. Gleichbleibende Temperaturen und der schwierige Zugang für Unbefugte machten sie zu idealen Lagern.
Nach Jahren des Vergessens kehrte das Problem zurück, als die Altstadthäuser verfielen. In den 1960er- und 1970er-Jahren erkundete der Krakauer Höhlenklub unter Ingenieur Stanisław Nowosielski die Keller, ab 1971 folgten Rettungsarbeiten nach einer Methode eines Teams der Berg- und Hüttenakademie (AGH) unter Zbigniew Strzelecki. Bergleute eines Bergbaubetriebs aus Bytom verbanden die Kammern zu einer Route, die 1984 eröffnet wurde.
Ein- und Ausgang liegen am selben Ort, Plac Obrońców Pokoju 18. Die Route ist ganzjährig geöffnet, besichtigt wird nur in Gruppen mit Führung, die Tour dauert etwa 45 Minuten. Aktuelle Zeiten und Preise erfahren Sie vorab beim Betreiber, dem Kreiskulturzentrum Opatów. Drinnen ist es kühl – die Angaben reichen von etwa 7–10 °C bis 8–12 °C –, nehmen Sie also auch im Sommer einen Pullover mit und tragen Sie bequeme Schuhe, denn es gibt Treppen. Danach lohnen die romanische Kollegiatkirche St. Martin, das Warschauer Tor aus dem 16. Jahrhundert und die spätbarocke Bernhardinerkirche.
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