Kirchen & Klöster
Klimontów, Heiligkreuz
Am Triumphbogen der Kirche St. Hyazinth in Klimontów haben die Baumeister eine Art Signatur hinterlassen: ein Steinmetzzeichen mit den Namen Gaspare und Sebastiano Fodiga und der Jahreszahl 1619 (oder 1618). Dank solcher Spuren, die bei Restaurierungsarbeiten freigelegt wurden, weiß man heute, wer eine der wertvollsten Klosteranlagen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Kleinpolen erbaut hat. Die ehemalige Dominikanerkirche steht auf einem Hügel im Nordwesten des Städtchens, oberhalb des Tals der Koprzywianka.
Gestiftet wurde der Konvent 1613 vom Woiwoden von Sandomierz, Jan Zbigniew Ossoliński, mit Erlaubnis von Bischof Piotr Tylicki. Die Kirche errichtete 1617–1619 die Werkstatt der Fodiga – italienische Baumeister, die sich in Chęciny niedergelassen hatten. Der Stifter wollte sie als Familienmausoleum der Ossolińskis. 1620 kam eine aus Moskau stammende Ikone der Muttergottes mit Kind in die Kirche, die bald als Gnadenbild verehrt wurde. Die Weihe fand am 10. Juli 1633 statt.
Die folgenden Jahrhunderte brachten Brände (1688, 1751, 1761, 1825), und während der schwedischen Invasion in den 1650er-Jahren plünderten Kosaken die Kirche. Nach dem gescheiterten Januaraufstand von 1863/64 ließen die russischen Behörden den Konvent aussterben; der letzte Dominikaner starb 1901 – nach fast 300 Jahren Ordenspräsenz in Klimontów. Danach beherbergte das Kloster ein Gericht, das Gemeindeamt und ein Gefängnis, ab 1946 ein Gymnasium, das erst 2005 auszog. Mit Dekret von Bischof Andrzej Dzięga vom 31. Januar 2006 wurde die Kirche zur Rektoratskirche der Pfarrei St. Joseph.
Die Architektur verbindet spätgotische, manieristische und frühbarocke Formen. Die Kirche ist einschiffig, mit Scheinquerhaus und dreiseitig geschlossenem Chor. Im Westen ist ihr ein Narthex mit einer Vorhalle als Mausoleum vorgelagert, die eine Kuppel mit Laterne krönt. An den Fassaden ist Sgraffito-Dekor unter dem Gesims von 1620 erhalten, die Gewölbe schmückt geometrischer Stuck des sogenannten Chęciny-Typs.
Bei Arbeiten im Jahr 1999 fand man unter dem Boden der Vorhalle die sterblichen Überreste von Mitgliedern der Familie Ossoliński, darunter den Stifter. Der mächtige Magnat ließ sich bescheiden unter der Kirchenschwelle bestatten – und nicht, wie lange angenommen, unter dem Hochaltar. Im ehemaligen Refektorium spielte einst ein Laientheater, das der in Klimontów geborene futuristische Dichter Bruno Jasieński gegründet hatte.
Die Kirche steht in der ul. św. Heleny Herman 2. Sie ist eine aktive Kirche – den Innenraum sehen Sie am besten rund um einen Gottesdienst oder nach vorheriger Absprache mit der Pfarrei St. Joseph. Planen Sie für Kirche und Ausstattung 45–60 Minuten ein. Schauen Sie im Inneren zum Triumphbogen hinauf: Neben dem Wappen Topór der Ossolińskis ist das Zeichen der Baumeister zu sehen. Verbinden Sie den Besuch mit einem Spaziergang zur Kirche St. Joseph im Zentrum von Klimontów und mit der Mariä-Himmelfahrt-Kirche im nahen Goźlice. Klimontów liegt am Kleinpolnischen Jakobsweg.
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