Gärten
Białystok, Podlachien
Die Parks in Białystok sind die beste Einführung in eine Stadt, die sich gern als eine der grünsten Polens bezeichnet. Mitten im Zentrum, wenige Gehminuten vom Hauptmarkt entfernt, reihen sich ein barocker Schlossgarten, ein moderner Stadtpark der 1930er-Jahre, ein Park auf einem früheren jüdischen Friedhof und ein Rest des alten Urwalds aneinander. Für dich bedeutet das: ein entspannter, kostenloser Spaziergang durch fast drei Jahrhunderte Stadtgeschichte.
Białystok ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Podlachien im Nordosten Polens, rund 200 km von Warschau entfernt. Direkte Züge aus Warschau brauchen etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Aus Berlin ist die Anreise am besten mit dem Umstieg in Warschau zu planen. Vom Bahnhof gehst du rund 20 Minuten ins Zentrum. Bezahlt wird in Złoty (PLN) – in den Parks brauchst du allerdings kein Geld, der Eintritt ist frei.
Der wertvollste Park gehört zum Branicki-Palast, der Residenz des Großhetmans Jan Klemens Branicki aus dem 18. Jahrhundert. Die barocke Anlage umfasst etwa 9,7 ha. Oben liegt der französische Garten mit Buchsbaumparterres, Brunnen und Skulpturen in der Palastachse, unten ein Landschaftsteil, eingerahmt von zwei Promenaden.
Unter russischer Herrschaft wurden im 19. Jahrhundert über 100 Figuren entfernt und die meisten Teiche zugeschüttet. Die Rekonstruktion nach archäologischen Funden und alten Plänen wurde 2012 abgeschlossen. Achte auf die beiden Herkules-Statuen von 1757 aus der Werkstatt Jan Chryzostom Redlers und auf den 2011 wiederaufgebauten Adlerpavillon, eine frühere Voliere. Im Palast sitzt heute die Leitung der Medizinischen Universität.
Gleich daneben liegen die Planty (14,94 ha). Wo einst Branickis Damwild weidete, wuchsen später Obstgärten und Wiesen. Der eigentliche Park entstand in den 1930er-Jahren nach Entwurf von Stanisław Grala, dem Leiter der städtischen Grünanlagen, zusammen mit Józef Blicharski. Die Anlage verbindet strenge Geometrie mit freier Landschaft: eine breite Promenade mit Blumenteppichen, ein rechteckiges Becken mit Fontäne, ein Rosengarten auf vier Ebenen und Laubengänge aus Kletterrosen. Am Becken steht die Skulptur „Wäscherinnen" von Stanisław Horno-Popławski.
Der Zentralpark liegt auf einem Teil des früheren Rabbinerfriedhofs, der etwa 1760–1900 genutzt und Anfang der 1960er-Jahre mit Schutt überdeckt wurde. Die Stadt hat eine Gedenkstätte aus geborgenen Grabsteinen (Mazewot) beschlossen – ein Hinweis darauf, dass Juden einst die Mehrheit der Einwohner stellten. In der Nähe steht das Denkmal der Helden des Białystoker Landes: neun 17 Meter hohe Betonsäulen mit einer kupfernen „Baumkrone" und einem Adler im Nest; 2011 kamen eine Krone und das Motto „Gott, Ehre, Vaterland" hinzu.
Östlich der Planty beginnt der Zwierzyniec-Wald mit Naturschutzgebiet und Park. Er ist ein Rest des alten Urwalds, den Branicki als Tiergarten für Hirsche und Fasane einzäunen ließ. Heute schützt man hier feuchten Wald mit rund hundertjährigen Hainbuchen und Erlen. Ein kleiner Zoo mit heimischen Tierarten liegt im Park; laut Reiseportalen ist der Eintritt frei, die Zeiten solltest du vor Ort prüfen.
Ja, besonders für Familien und alle, die gern zu Fuß unterwegs sind. Plane für die Runde 2–3 Stunden ein; die Wege sind befestigt und kinderwagentauglich. Laut Reiseportalen ist der Branicki-Garten täglich geöffnet: Oktober bis März 6:00–22:00 Uhr, April bis September 6:00–24:00 Uhr (Stand: Oktober 2026, nicht offiziell bestätigt). Die Rosen blühen Ende Mai und im Juni, im Oktober leuchtet das Laub.
Eintritt frei
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026