Paläste
Die von Türmen umgebene Residenz bei Racibórz, bekannt als Perle des Racibórz-Landes, zählt zu den größten Palästen Oberschlesiens: Sie umfasst rund 4000 Quadratmeter Fläche, 115 Säle und 30 Gewölbe, die ein Labyrinth bilden. Heute ist der Palast im besten Sinne eine Großbaustelle — seit 2007 restauriert der neue Besitzer das Denkmal Schritt für Schritt.
Ein hölzernes Gutshaus wurde 1678 erwähnt, wobei die Familie von Beess Krowiarki bereits seit 1564 besaß. 1826 errichtete Ernest Joachim Strachwitz einen gemauerten Palast, und der Umbau der Jahre 1852–1877 prägte Residenz und Park. Die älteren Partien blieben im Stil von Neorenaissance und Neobarock, während der neue Flügel nach dem Brand von 1892 einen jugendstilartigen Charakter erhielt. 1856 heiratete Wanda von Gaschin Hugo II Henckel von Donnersmarck, und der Palast fiel an dieses mächtige Geschlecht.
Im Inneren haben Salons mit sprechenden Namen überlebt: der weiße, der maurische und der Märchensaal, geschmückt mit Malereien, Skulpturen und Vergoldungen. Eckige Türme mit Zeltdächern in zwei Ecken und runde Ecktürme verleihen dem Bau ein schlossartiges Gepräge.
Ein im 19. Jahrhundert angelegter englischer Park umgibt den Palast, mit aus England eingeführten Bäumen; in der Südostecke steht ein klassizistisches Mausoleum von etwa 1870. Nach dem Krieg beherbergte das Gebäude eine Schule, ein Waisenhaus und ein Krankenhaus, ab den 1970er Jahren verfiel es. 2020 wurde das gesamte Dach erneuert und damit das Innere gesichert; Besichtigungen sind nach vorheriger Absprache teils möglich.
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