Museen
Krakau, Kleinpolen
Das Czartoryski-Museum in Krakau (Muzeum Książąt Czartoryskich, Kraków) ist die Abteilung des Nationalmuseums, in der Leonardo da Vincis Dame mit dem Hermelin hängt. Die Gebäude an der ul. Pijarska liegen direkt am Florianstor in der Altstadt. Hervorgegangen ist das Museum aus der ersten Museumsgründung auf polnischem Boden – und neben Leonardo erwarten dich ein Rembrandt, antike Kunst, eine Rüstkammer und eine Sammlung kurioser Erinnerungsstücke.
Alles begann 1801: Fürstin Izabela Czartoryska eröffnete im Familiensitz Puławy den Sibyllentempel und wenig später das Gotische Haus – Orte nationaler Erinnerung, nachdem Polen durch die Teilungen Russlands, Preußens und Österreichs von der Landkarte verschwunden war. Nach dem Novemberaufstand 1830/31 wurde die Sammlung teilweise zerstreut, der Großteil aber nach Paris ins Hôtel Lambert gerettet. 1870 entschied Fürst Władysław Czartoryski, sie nach Krakau zu bringen; 1876 öffnete hier das Museum.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die in Sieniawa versteckte Sammlung im September 1939 von deutschen Truppen geplündert. Raffaels Bildnis eines jungen Mannes gilt bis heute als verschollen – ein Teil der deutsch-polnischen Geschichte, der in Krakau sehr präsent ist. Am 29. Dezember 2016 verkaufte die Czartoryski-Stiftung Sammlung und Gebäude für 100 Millionen Euro an den polnischen Staat. Nach jahrelanger Sanierung (geschlossen seit 2010) wurde das Museum im Dezember 2019 wiedereröffnet.
Der Rundgang führt durch drei verbundene Gebäude: Palast, „Klasztorek“ (kleines Kloster) und das ehemalige städtische Arsenal.
Die Czartoryski-Bibliothek (ul. św. Marka) ist eine eigene Abteilung und derzeit wegen Ausbaus nicht zugänglich.
Eintrittskarten gelten für einen bestimmten Tag und eine Einlasszeit. Kaufe sie am besten vorab online über das Ticketportal des MNK (bilety.mnk.pl). Sind die Online-Kontingente erschöpft, gibt es an der Kasse manchmal noch Restplätze. Der Jahrespass des Nationalmuseums gilt hier nicht.
Für Kunstinteressierte unbedingt – einem Leonardo so ruhig gegenüberzustehen, ist selten. Plane 1,5–2,5 Stunden ein. Kinder begeistern sich oft für Rüstungen sowie ägyptische und etruskische Funde. Für Sehbehinderte gibt es taktile Leitstreifen, das Personal hilft an den Drehkreuzen. Wer die Dame möglichst ungestört sehen will, bucht ein frühes Zeitfenster.
Das Museum ist überschaubar, entscheidend ist deshalb vor allem dein Zeitfenster. Im Sommer, in den Ferien und vor Weihnachten sind Wochenend-Slots und der kostenlose Dienstag am schnellsten ausgebucht – reserviere ein paar Tage im Voraus. Im Winter ist der Besuch ideal für einen kalten, kurzen Tag: Alles spielt sich drinnen ab, und danach bist du in wenigen Schritten bei den Cafés der ul. Floriańska. Kombinierst du mehrere Häuser des Nationalmuseums, beginne hier, denn der letzte Einlass ist früher als anderswo.
Das Museum liegt am Nordrand der Altstadt, etwa 5 Minuten zu Fuß vom Hauptmarkt über die ul. Floriańska und rund 10 Minuten vom Hauptbahnhof Kraków Główny. Aus Deutschland erreichst du Krakau per Flug zum Flughafen Kraków-Balice (Bahn ins Zentrum), mit der Bahn oder mit dem Auto über Görlitz und Breslau (Wrocław). Die Altstadt ist verkehrsberuhigt und kostenpflichtige Parkzone.
Gleich nebenan stehen das Florianstor und ein Rest der Stadtmauer, davor die Barbakane; wenige Minuten entfernt zeigen die Tuchhallen am Hauptmarkt polnische Malerei des 19. Jahrhunderts.
Wt.–nd. 10:00–18:00, pon. nieczynne; ostatnie wejście 1 godz. przed zamknięciem; bilety na konkretną godzinę (brak osobnego grafiku zimowego).
Normalny 65 zł, ulgowy 50 zł, rodzinny 130 zł, uczniowie i studenci 1 zł, dzieci do 7 lat bezpłatnie; we wtorki wystawy stałe bezpłatnie (sloty czasowe).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026