Denkmäler
Krakau, Kleinpolen
Von den mehr als drei Kilometern mittelalterlicher Mauern, die einst Krakau umgaben, sind nur rund 200 Meter erhalten – dank eines Professors, der im Senat argumentierte, die Mauern schützten die Marienkirche vor üblen Winden aus der Vorstadt Kleparz. Die Krakauer Stadtmauer an der Pijarska-Straße besteht aus dem Florianstor, drei Türmen und einem überdachten hölzernen Wehrgang, den Sie heute als Route des Museums Krakau begehen können. Der Rest der Befestigung lebt im Grüngürtel Planty weiter, wo kleine Sockel zeigen, wo die Türme einst standen.
Nach dem Mongolensturm von 1241 war Krakau schutzlos; erst 1285 erlaubte Herzog Leszek der Schwarze die Befestigung der Stadt. Unter Wenzel II. entstanden Mauern aus Stein, unter Kasimir dem Großen wurden sie mit den Befestigungen des Viertels Okół unterhalb des Wawels verbunden. Die Stadt umgaben ein doppelter Mauerring und ein 6–10 m breiter Graben, gespeist vom Königlichen Mühlbach. Sieben Tore führten hinein, nachts verschlossen mit Eichentoren und einem herabgelassenen Eisengitter. Im 15. Jahrhundert entstand vor dem Florianstor der Barbakan, vollendet 1498.
Jeden Turm verteidigte eine andere Zunft – daher Namen wie Posamentierer-, Tischler- oder Zimmermannsturm. Im 17. Jahrhundert verfiel die Anlage, und 1806 ordnete Kaiser Franz II. den Abriss an. 1810–1814 wurde der Graben zugeschüttet und der Großteil der Mauern abgetragen; an ihrer Stelle entstanden die Planty.
Der Abschnitt am Florianstor blieb dank Feliks Radwański (1756–1826) erhalten, Architekt, Professor der Jagiellonen-Universität und Senator der Freien Stadt Krakau. Er argumentierte augenzwinkernd, die Mauern schirmten die Marienkirche gegen die Winde aus Kleparz ab, die Gestank und Unrat brächten und den Damen die Röcke hochwehten. Am 13. Januar 1817 beschloss der Senat, ein Stück der Befestigung für die Nachwelt zu bewahren.
Die Route Stadtmauer (Abteilung des Museums Krakau, Pijarska-Straße) ist dienstags bis sonntags von 10:30 bis 18:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss, montags geschlossen. Das Normalticket kostet 22 PLN, ermäßigt 16 PLN, Familienticket 44 PLN; die Mauer ist auch Teil der Kombiroute „Mittelalterliches Krakau“ (64 PLN). Stand: Oktober 2026 – bei schlechtem Wetter ändert das Museum mitunter die Zeiten, prüfen Sie daher vorab die Mitteilungen. Für Wehrgang und Türme genügen 30–45 Minuten, mit dem Barbakan etwa eine Stunde. Am schönsten sieht die Mauer von den Planty aus aus; am bequemsten beginnen Sie am Florianstor am Ende der Floriańska-Straße, wenige Minuten vom Hauptmarkt.
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