Museen
Istebna, Schlesien
Ein Gorale aus Istebna, der in Krakau bei Mehoffer und Fałat und später in Paris studierte, gewann 1937 auf einer Ausstellung in Paris eine Bronzemedaille und arbeitete danach jahrzehntelang fast vergessen. Jan Wałach (1884–1979), ein Meister des Holzschnitts, hinterließ in der Streusiedlung Andziołówka sein Atelier, in dem heute ein biografisches Museum untergebracht ist. Ein kleiner, persönlicher Ort, an dem Sie die Kunst der Schlesischen Beskiden genau dort sehen, wo sie entstand.
Er wurde am 8. August 1884 in Andziołówka geboren. Nach der Schule in Istebna und dem Gymnasium in Cieszyn besuchte er die Holzfachschule in Zakopane (1902–1904) und studierte 1904–1908 an der Krakauer Kunstakademie bei Józef Mehoffer, Julian Fałat, Ferdynand Ruszczyc und Jan Stanisławski. In Paris ergänzte er seine Ausbildung an der Académie Julian und im Atelier von Fernand Cormon (1908–1910). Im Ersten Weltkrieg diente er im k.u.k. Infanterieregiment Nr. 100 und wurde dort zum Regimentsmaler und -medailleur ernannt; bekannt machte ihn ein Gemälde der Schlacht bei Gorlice von 1915.
Am berühmtesten wurden seine Zeichnungen und Holzschnitte mit Goralen, Architektur und Szenen aus dem Dorfleben der Beskiden. Er stellte in Warschau, Krakau und Kattowitz aus, im Ausland in Paris, London, Amsterdam, Chicago und Hamburg. Er entwarf Kirchenfenster für Chybie, Goleszów und Jedlicze und schnitzte Kruzifixe für die Vorhalle der Christkönigs-Kathedrale in Katowice und für die Garnisonkirche in Radom. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er allein in seinem Atelier, sein Tod am 30. Juni 1979 blieb fast unbemerkt. Ein breiteres Publikum entdeckte ihn erst durch eine große Retrospektive 1999 wieder.
Bis zu ihrem Tod 2015 betreute die Tochter des Künstlers, Barbara Wałach, das Museum. Wałach selbst ruht auf dem Friedhof hinter der Kirche zum Guten Hirten in Istebna, deren Innenraum er ebenfalls ausgestaltet hat.
Das Museum ist saisonal geöffnet: Nach Angaben von 2023 von Mai bis Oktober, mittwochs bis sonntags; Öffnungszeiten und Preise sollten Sie vorher bestätigen. Planen Sie etwa eine Stunde ein. Verbinden Sie den Besuch mit der Kirche zum Guten Hirten und dem Grab des Künstlers.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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