Festungen
Ząbkowice Śląskie erhielten seine Befestigungen in zwei Etappen: Die ersten Mauern, teils Holz-Erde-Anlagen, teils aus Bruchstein, entstanden Ende des 13. Jahrhunderts, und im 14. Jahrhundert wurden sie unter Bolko II. von Münsterberg erheblich erweitert. Ihre endgültige Form erhielt die Ummauerung im 15. Jahrhundert unter Karl I. von Podiebrad, als die Mauern die neu erbaute Burg einbezogen und mit Wehrtürmen verstärkt wurden.
Vier Tore führten in die Stadt: das Breslauer, das Münsterberger, das Glatzer und das Schweinitzer Tor. Keines davon ist erhalten, aber im Norden der Stadt, in der Nähe der ulica Grunwaldzka, stehen noch ein Turm mit einem geschmückten Attika-Abschluss sowie der Taubenturm. Die erhaltenen Mauerzüge stammen aus dem 15. Jahrhundert und ziehen sich in Richtung ulica Prusa.
Ihr Ende fanden die Festungswerke im 18. und 19. Jahrhundert. 1750 wurde der äußere Ring abgebrochen, etwa zwanzig Jahre später füllte man Gräben und Wälle auf, und im 19. Jahrhundert verschwand der innere Ring. Der letzte lesbare Hinweis auf den alten Graben ist ein Teich im Stadtpark.
Ein paar Gehminuten von den Mauern steht der Schiefe Turm, der höchste schieße Turm Polens: Er ist 34 Meter hoch, weicht 2,14 Meter vom Lot ab und sein Gipfel ist über 139 Stufen erreichbar. Eine Hypothese deutet ihn als Bergfried einer vorgegründeten Burg der Schweinitzer Herzöge. Am zweiten Juliwochenende feiert der Turm sein eigenes Fest mit Konzerten und Besichtigungen in die Nacht hinein.
Die Mauern sind jederzeit frei zugänglich. Die ulica Grunwaldzka mit beiden Türmen ist ein guter Ausgangspunkt; von dort führen die Spuren der Befestigung zur ulica Prusa. Marktplatz und Schiefer Turm lassen sich bequem mit demselben Spaziergang verbinden.
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