Festungen
Ząbkowice Śląskie, Niederschlesien
Der einzige erhaltene Rest des alten Stadtgrabens von Ząbkowice Śląskie (Frankenstein in Schlesien) ist heute ein Teich im Stadtpark, und ganz in der Nähe steht der Taubenturm, einer der am besten erhaltenen Teile der Stadtbefestigung. Im 16. Jahrhundert umgaben die Stadt zwei Mauerringe – der innere etwa 8 m hoch, mit Türmen alle 50–60 Meter – und zwei Gräben. Erhalten sind Mauerabschnitte und Türme mit Ziergiebeln, die sich gut mit einem Spaziergang zum Schiefen Turm verbinden lassen.
Die ersten Befestigungen entstanden wahrscheinlich mit der Stadt in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts: ein kleiner rechteckiger Ring von etwa 200 × 400 m mit vier Toren rund um den Markt, teils Holz-Erde-Wälle, teils Bruchsteinmauern. Anfang des 14. Jahrhunderts wuchs die Stadt nach Nordosten, und Kirche und Kloster der Dominikaner wurden in den Mauerring einbezogen. Nach zahlreichen Belagerungen im 15. Jahrhundert ließ Herzog Karl I. von Münsterberg (aus dem Haus Podiebrad) die Anlage 1504–1516 für Feuerwaffen umbauen: Es entstanden halbrunde Türme und Schießscharten, die Gräben wurden vertieft und die Türme mit Attiken gekrönt. In den 1590er-Jahren kam ein niedrigerer Außenring hinzu, 10 Meter vor der Innenmauer; im Westen, Süden und Nordosten verlief ein 20 m breiter Graben, zwischen den Mauern ein zweiter, schmalerer.
In die Stadt führten das Breslauer, das Münsterberger und das Glatzer Tor sowie das Lochtor, auch Silberberger oder Schweidnitzer Tor genannt (1364 erwähnt). Das älteste und am längsten erhaltene war das Breslauer Tor – der Überlieferung nach starb hier beim Hussiteneinfall 1428 der Dominikanerdiakon Andreas den Märtyrertod. Im Dreißigjährigen Krieg ließ ein schwedischer Kommandant das Glatzer Tor niedriger machen, um freies Schussfeld zu haben. Ab Mitte des 18. Jahrhunderts verloren die Mauern ihre Bedeutung: Laut Website der Stadt wurde der Außenring 1750 abgerissen, das Münsterberger Tor 1816, das Glatzer Tor 1823, die letzten Reste des Breslauer Tores 1880. 1806 bepflanzte man einen Weg entlang der alten Befestigungen am Schloss mit Linden – so entstand die Schlosspromenade.
Die Mauern besichtigen Sie von außen, kostenlos und jederzeit. Beginnen Sie im Park mit Taubenturm und Teich, folgen Sie der Mauer Richtung ul. Prusa und beenden Sie die Runde am Schiefen Turm (34 m hoch, 2,14 m Neigung, 139 Stufen) und an der Burgruine, die im 16. Jahrhundert Teil der Stadtbefestigung wurde. Für die Runde sollten Sie etwa 1,5–2 Stunden einplanen.
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