Kirchen & Klöster
Brenna, Schlesien
Auf dem Dachboden der Allerheiligenkirche in Górki Wielkie lebt eine der wertvollsten Fledermauskolonien der Region, und hinter der Kirche, auf dem Friedhof am Hügel Kępka Prochaskowa, ruht die Schriftstellerin Zofia Kossak. Die Kirche selbst gehört zu den ältesten im Teschener Schlesien – ein gotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert am rechten Ufer der Brennica in der Gemeinde Brenna. Hier treffen die Geschichte der früheren Grundherren, Literatur und Natur aufeinander.
Die Pfarrei Górki ist im Peterspfennig-Register von 1417 verzeichnet. Die gotische Kirche entstand im 15. Jahrhundert an der Stelle einer älteren Holzkapelle, wohl aus dem 13. Jahrhundert. 1662 wurde sie umgebaut, weitere Veränderungen folgten im 19. Jahrhundert. 1779, unter der Familie Marklowski, wurde die Kirche erneuert; von dieser Familie stammt die Grabplatte Erdman Marklowskis von 1765. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Innenraum gründlich renoviert, 1980 schufen die Brüder Morawiec die Wandmalereien.
Auf dem Dachboden leben Fledermäuse; deshalb bilden Kirche und unmittelbare Umgebung das Natura-2000-Gebiet „Kościół w Górkach Wielkich“ (PLH240008). Es ist eines der bedeutendsten Quartiere der Region: Im August zählt die Kolonie des Großen Mausohrs rund 190 Tiere, die der Kleinen Hufeisennase etwa 75.
Der katholische Friedhof wurde 1858 auf einer kleinen Anhöhe hinter der Kirche angelegt, der Kępka Prochaskowa; dort steht ein Steinkreuz von 1900. Hier ruhen die Schriftstellerin Zofia Kossak und ihr Mann Zygmunt Szatkowski, ihr Sohn Juliusz, ihr Vater Tadeusz sowie der Volksschriftsteller Walenty Krząszcz. Die Familie Kossak ließ sich 1922 in Górki Wielkie nieder; hier schrieb sie u. a. die Romane „Die Kreuzfahrer“ und „Bez oręża“. Eine Gedenktafel an der Kirchenmauer erinnert an die Schriftstellerin.
Planen Sie für Kirche und Friedhof 30–45 Minuten ein. An der Kirche beginnt ein Weg auf die Zebrzydka (2,9 km, etwa 1:10 Std.): zuerst auf Asphalt, dann steil und steinig durch den Wald. In der Nähe liegen das Zofia-Kossak-Szatkowska-Museum (2026 in Renovierung, die Exponate befinden sich im restaurierten Gutshaus der Zofia-Kossak-Stiftung) und das Zentrum „U Kossaków“ in den Ruinen eines Speichers aus dem 17. Jahrhundert. Im Ortszentrum von Górki Wielkie beginnt außerdem der kurze „Kamyk-Pfad“ (2 km) entlang des Parks eines ehemaligen Pfadfinderlagers.
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