Technikdenkmäler
Złoty Stok, Niederschlesien
Im 16. Jahrhundert lieferten die Bergwerke von Złoty Stok (Reichenstein) laut Betreiber bis zu 8 Prozent des europäischen Goldes; insgesamt wurden hier rund 16 Tonnen reines Gold gefördert. Später gewann man aus dem Erz vor allem Arsen. Heute führt eine unterirdische Route durch die alten Stollen Gertruda und Czarna (Schwarzer Stollen) zu einem unterirdischen Wasserfall, und hinaus geht es mit einer orangefarbenen Grubenbahn.
Die älteste bekannte Erwähnung des Bergbaus in Złoty Stok stammt von 1273: Herzog Heinrich IV. Probus verlieh den Zisterziensern von Kamieniec Ząbkowicki (Kamenz) das Recht zur Erzsuche. Die Blütezeit kam im 16. Jahrhundert – zahlreiche Hütten arbeiteten hier, und die jährliche Goldproduktion erreichte rund 110 kg. Die Augsburger Fugger und ihre Partner investierten in die Gruben. Mit der Zeit wurde Arsen zum Hauptprodukt, und im 19. Jahrhundert führte Wilhelm Güttler ein modernes Chlorierungsverfahren für das Erz ein.
Ab 1907 transportierte eine elektrische Schmalspurbahn das Erz ab. Nach dem Krieg wurde das Bergwerk verstaatlicht, aber 1961–1962 als unrentabel geschlossen. Schon 1969 öffnete ein örtlicher Wanderverein (PTTK) den ersten Stollen für Besucher; die heutige Untertage-Touristenroute gibt es seit dem 28. Mai 1996.
Die Überlieferung verbindet Złoty Stok mit einer der weltweit ersten belegten Sprengungen mit Schwarzpulver im Bergbau – im Jahr 1612. Der Tradition nach besaß auch der Bildhauer Veit Stoß Anteile an der örtlichen Gewerkschaft. Unterwegs hängen augenzwinkernde Sicherheitsschilder wie „Hammer nicht werfen, wenn Sie auf dem Gerüst stehen". 2015 erhielt das Bergwerk das Goldene Zertifikat der Polnischen Tourismusorganisation. Neben dem Bergwerk gehören eine mittelalterliche Bergbausiedlung mit alten Maschinen und der farbige Ockerstollen zum Komplex.
Das Bergwerk ist täglich von 9:00 bis 16:45 Uhr geöffnet (letzter Einlass 16:45 Uhr), Besichtigungen erfolgen mit Führung. Tickets gibt es vor Ort an der Kasse; nur die unterirdische Bootsfahrt muss reserviert werden, telefonisch mindestens einen Tag im Voraus. Die Hauptroute dauert etwa 1,5 Stunden, unter Tage herrschen ganzjährig rund 6–7 °C – nehmen Sie eine warme Jacke und bequeme Schuhe mit. Rechnen Sie mit Treppen, unebenem Boden und engen Gängen. Wer mehr sehen möchte, wählt ein Kombiticket mit Bergbausiedlung oder Ockerstollen und plant für den ganzen Komplex einen halben Tag ein. Aktuelle Preise stehen auf der Website des Bergwerks.
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