Technikdenkmäler
Złoty Stok, Niederschlesien
Im Ockerstollen (Sztolnia Ochrowa) leuchten die Wände in Rost-, Senf- und Orangetönen. Das ist natürlicher Ocker – ein Pigment aus Eisenverbindungen, seit Jahrhunderten für Farben und Kosmetik verwendet. Der Gang ist rund 130 Meter lang, schmal und niedrig und endet an einer Quelle, deren Wasser schon im Ersten Weltkrieg von Ärzten untersucht wurde. Es ist die jüngste und zugleich ruhigste Route des Goldbergwerks in Złoty Stok (Reichenstein).
Der Bergbau in Złoty Stok ist seit 1273 belegt, als Herzog Heinrich IV. Probus den Zisterziensern aus Kamieniec Ząbkowicki (Kamenz) das Recht zum Schürfen verlieh. Im 16. Jahrhundert lieferten die hiesigen Gruben nach Angaben des Bergwerks etwa 8 % des europäischen Goldes, insgesamt wurden rund 16 Tonnen Gold gefördert. Später wurde Arsen zum Hauptprodukt. Das Bergwerk schloss 1961–1962, am 28. Mai 1996 wurde eine unterirdische Touristenroute eröffnet. Der Ockerstollen ist ein neuer Abschnitt – seine Gänge standen jahrzehntelang unter Wasser.
Am Stolleneingang steht ein gemeißelter Quellauslauf mit der Aufschrift „Źródło arsenowo-żelazowe / Arsen-Eisenquelle“ und den Jahreszahlen 1907 und 2016. Ein guter Fotostopp, bevor es unter Tage geht.
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