Kirchen & Klöster
Tum, Łódź
Die Kollegiatkirche von Tum – Archikollegiatkirche der Jungfrau Maria und des hl. Alexius bei Łęczyca – zählt zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken Polens. Mit zwei Apsiden, vier Türmen und dicken Steinmauern erhebt sie sich wie eine Burg aus den Feldern Mittelpolens. 1161 geweiht, tagten hier mittelalterliche Synoden; 1939 brannte sie aus und wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut. Seit 2022 ist sie ein polnisches Geschichtsdenkmal.
Tum liegt etwa 2 km von der Kleinstadt Łęczyca und rund 40 km nördlich von Lodz (Łódź). Von Warschau sind es mit dem Auto etwa zwei Stunden; aus Deutschland erreichst du die Region über die Autobahn A2 von Frankfurt (Oder) über Posen (Poznań). Von Łęczyca fährst du auf der Landstraße 703 Richtung Piątek und biegst in Kwiatkówek nach Süden ab. Ohne Auto kommst du per Zug oder Bus nach Łęczyca und gehst dann 2 km zu Fuß oder nimmst ein Taxi.
Vor der heutigen Kirche bestand hier, neben dem frühmittelalterlichen Burgwall von Łęczyca, eine Benediktinerabtei – ältere Forschung verband sie mit Bolesław dem Tapferen, neuere Studien datieren sie frühestens in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts. Mit dem Bau der romanischen Kollegiatkirche begann man vermutlich um 1149 unter Erzbischof Janik von Gnesen (Gniezno); geweiht wurde sie am 21. Mai 1161 in Anwesenheit aller polnischen Bischöfe und Fürsten. Zwischen 1181 und 1547 fanden hier 21 Provinzialsynoden statt.
Die Kirche aus Granit, Sandstein und Feldstein diente auch als Zuflucht. 1241 hielt sie den Mongolen stand, 1293 oder 1294 eroberten und verbrannten sie litauische Truppen, 1331 verwüsteten Deutschordensritter die Gegend. Nach gotischen und klassizistischen Umbauten kam im September 1939 die Katastrophe: In der Schlacht an der Bzura, einer der größten Schlachten des deutschen Überfalls auf Polen, brannte die Kirche aus – nur die Mauern blieben stehen.
Ab 1947 wurde sie wieder aufgebaut und erhielt ihren romanischen Charakter zurück. Dabei entdeckte man in der Westapsis ein Fresko des Christus Pantokrator aus dem 12. Jahrhundert und 1954 die Fundamente der älteren Abtei. 1992 wurde die Kirche zur Archikollegiatkirche erhoben, seit dem 12. April 2022 ist sie ein Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii) – die höchste nationale Denkmalkategorie Polens.
Stand: Oktober 2026, laut Pfarrei:
Ja – für Freunde mittelalterlicher Architektur ist Tum ein Muss und lässt sich gut mit einem Besuch in Lodz verbinden. Im Winter kannst du als Einzelreisender immerhin Außenbau und Portal bewundern und das Innere während der Sonntagsmesse sehen. Im Museum auf der Burg von Łęczyca gibt es eine Ausstellung über die Kollegiatkirche und den Burgwall. In der Nähe bieten ein Gasthaus mit altpolnischer Küche in Kwiatkówek und Gästezimmer direkt an der Kollegiatkirche eine einfache Möglichkeit für Rast oder Übernachtung.
Sezon turystyczny (pocz. V – poł. X): śr–sob 10:00–18:00, niedziela między nabożeństwami i 13:15–18:00, pn–wt nieczynne (przerwa na sprzątanie 14:00–15:00 wg regulaminu); poza sezonem tylko grupy po zgłoszeniu (tel. 793 760 107, mdktum@gmail.com).
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026
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