Kirchen & Klöster
Łęczyca, Łódź
Von außen wirkt die weiße barocke Bernhardinerkirche an der ul. Poznańska in Łęczyca bescheiden, doch innen verbirgt sie eines der schönsten Rokoko-Interieurs der Region: illusionistische Malereien von Bruder Walenty Żebrowski aus den Jahren 1762–1763 und eine vollständige Altarausstattung aus der Kalischer Werkstatt von Franz Eytner. Die Kirche Mariä Unbefleckte Empfängnis (zweiter Patron ist der hl. Josef) entstand 1636–1643 und ist seit 1981 auch Pfarrkirche. Ihr im Geist des Theatrum sacrum gestaltetes Inneres zählt zu den schönsten der gesamten Bernhardinerprovinz.
Gestiftet wurde das Kloster von Dorota Piwo aus Otolin, Witwe eines Płocker Hofbeamten, die den Mönchen Land vor der Stadtmauer am Posener Tor kaufte. Erzbischof Jan Wężyk bestätigte die Stiftung 1631, und am 24. August 1632 bezogen die ersten Bernhardiner ein hölzernes Kloster. Die gemauerte Kirche wurde am 10. September 1652 geweiht, doch schon 1655 besetzten die Schweden das Kloster, und die Truppen König Johann Kasimirs stürmten von hier aus die Stadt. Nach den Zerstörungen wurde die Kirche 1686 erneut geweiht, nach Bränden 1737 und 1743 das Kloster wieder aufgebaut. Während des Januaraufstands erlaubte der Guardian den Aufständischen, in der Kirche ihren Eid abzulegen, ein Mönch führte sogar eine Einheit – zur Vergeltung hob die zaristische Verwaltung das Kloster 1864 auf. Die Bernhardiner kehrten erst 1946 zurück, nach den Jesuiten, die die Kirche in der Zwischenkriegszeit betreut hatten.
Im 17. Jahrhundert war Łęczyca ein wichtiger Tagungsort der Adelslandtage (Sejmiki), deren Sitzungen von der Pfarrkirche zu den Bernhardinern verlegt wurden. Friedlich ging es nicht immer zu: Die Kirche wurde zweimal durch Blutvergießen bei Raufereien entweiht. Die Stifterin starb am 3. Februar 1640; ihre handschriftliche polnische Verfügung von 1639 ist in der lateinischen Klosterchronik erhalten.
Kirche und Kloster sind in Betrieb. Messen finden werktags um 7:00, 7:30, 8:00 und 18:30 Uhr statt, sonntags um 7:00, 8:30, 10:00, 11:30, 13:00 und 18:30 Uhr – besichtigen Sie den Innenraum dazwischen. Auf der Website des Klosters gibt es einen virtuellen 360°-Rundgang, praktisch zur Vorbereitung. Für die Kirche genügen 20–30 Minuten; sie lässt sich gut mit einem Spaziergang durch Łęczyca und zur königlichen Burg verbinden.
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