Burgen
Koniaków
Wer auf den Koczy Zamek („Kocsis Burg“) kommt, um Ruinen zu suchen, fährt mit einem Panorama nach Hause. Der unbewaldete Hügel bei Koniaków, 847 m über dem Meer, trägt keine Burg, und sein Name verbirgt zwei Geschichten: eine romantische Legende über einen ungarischen Grafen und eine weit wahrscheinlichere Erklärung mit hussitischen Wagen. Der Gipfel ist leicht erreichbar, vom Parkplatz am Fuß sind es nur wenige Gehminuten.
Der Koczy Zamek liegt auf einem Rücken, der am nahen Ochodzita von der Hauptwasserscheide der Karpaten abzweigt und nach Norden zum Koniaków-Pass verläuft. Dieser Rücken ist Teil der Hauptwasserscheide Polens: Nach Osten fließt das Wasser zur Soła und Weichsel, nach Westen zur Olsa und Oder. In der neueren Gliederung gehört der Hügel zum Zwischengebirge Jabłonków-Koniaków, früher zählte man ihn zu den Schlesischen Beskiden. Er besteht aus Krosno-Sandstein, und seine Westseite wird von der 10 Meter hohen Wand eines alten Steinbruchs angeschnitten.
Der Legende nach besaß hier ein ungarischer Graf namens Kocsi einen Hof oder ein kleines Schloss und verliebte sich in Jadwiga, ein Bergmädchen aus Koniaków. Sein Vater ließ sie entführen, einer seiner Knechte tötete sie, und der junge Graf zündete in seiner Verzweiflung das Schloss an und verschwand spurlos. Nachts, so heißt es, weint und klagt es noch im Steinbruch unter dem Gipfel.
Gestützt auf Notizen aus dem 19. Jahrhundert schlug Franciszek Kotula eine Erklärung aus der Zeit der Hussitenkriege vor. Nach der Schlacht bei Lipany 1434 zogen die Taboriten, der radikale Flügel der Hussiten, durch die Herzogtümer Teschen und Auschwitz und lagerten auf kahlen Hügeln, umgeben von einem Ring aneinandergeketteter Wagen. Das ungarische Wort „kocsi“ bedeutet Wagen, das tschechische „kočí“ Kutscher – „Koczy Zamek“ ist also schlicht eine Wagenburg. Auf alten Karten wurde der Name zu „Koci Zamek“ („Katzenburg“) verballhornt, und so steht der Hügel bis heute im amtlichen Verzeichnis geografischer Namen.
Suchen Sie keine Ruinen: Der größte Reiz des Koczy Zamek ist die Weite, mit einem Rundblick, der kaum hinter der berühmten Aussicht vom Ochodzita zurücksteht. Direkt unterhalb des Gipfels verläuft im Süden die Straße von Koniaków nach Milówka, das Auto lassen Sie auf dem Parkplatz am Fuß des Hügels; für Aufstieg und Aussicht genügen 20–30 Minuten. Unterhalb des Steinbruchs führt der blaue Wanderweg von Zwardoń zur Barania Góra vorbei, sodass sich der Hügel leicht in eine längere Tour einbauen lässt. Auf dem offenen Gipfel weht es kräftig, nehmen Sie daher auch im Sommer eine zusätzliche Schicht mit.
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