Kirchen & Klöster
Tarnów, Kleinpolen
Die Kathedrale von Tarnów, die Kathedralbasilika Mariä Geburt, ist das wichtigste Bauwerk der Altstadt und birgt einige der bedeutendsten Renaissance-Grabmäler Mitteleuropas. Der rote Backsteinbau mit seinem 72 m hohen Turm prägt die Silhouette der Stadt, innen ragen die Grabmäler der Familien Tarnowski und Ostrogski fast bis zum Gewölbe. Ein lohnender Tagesausflug von Krakau (Kraków) aus.
Tarnów liegt rund 80 km östlich von Krakau; mit dem Zug bist du in etwa einer Stunde dort. Vom Bahnhof gehst du zu Fuß in die Altstadt. Die Kathedrale steht am Domplatz (Plac Katedralny), direkt an der Nordwestecke des Marktplatzes.
Die erste Kirche entstand kurz nach der Stadtgründung 1330. Im Jahr 1400 wurde sie Kollegiatkirche, 1786 – nach der Gründung des Bistums Tarnów unter österreichischer Herrschaft in Galizien – Kathedrale. Ihr heutiges Aussehen verdankt sie einem Umbau 1827–1832 und der neugotischen Umgestaltung 1890–1899 nach Plänen des Lemberger Architekten Julian Zachariewicz, bei der auch der Turm erhöht wurde. Die vergoldete Krone auf der Turmspitze erinnert an das 50-jährige Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs. Seit 2006 ist die Kirche zudem Wallfahrtsort der Schmerzhaften Muttergottes.
Im Chor stehen außerdem sechs lebensgroße Sandsteinfiguren polnischer Heiliger von 1892, und die Glasfenster stammen aus der Innsbrucker Werkstatt von Fritz Jele. Sehenswert sind auch die gotische Heilig-Kreuz-Kapelle mit ihrem seltenen siebenteiligen Gewölbe und das reich verzierte Südportal.
Unter der Kathedrale liegen acht Grüfte. Nach archäologischen Untersuchungen 2024 wurden die Särge der Ostrogski restauriert. Für den 6. November 2026 ist eine feierliche, öffentliche Wiederbestattung von Fürst Janusz Ostrogski und seiner Familie geplant, mit Prozession vom Marktplatz. Bis Ende November sollen die Särge in einer Krypta zu sehen sein. Regulär sind die Krypten nicht zugänglich; eine unterirdische Besucherroute ist in Planung, die Bohrungen im September 2026 bestätigten einen stabilen Untergrund.
Der Eintritt ist frei (Stand: Oktober 2026). Die Pfarrei veröffentlicht keine Besuchszeiten – komm außerhalb der Messen und erkundige dich im Tarnówer Touristeninformationszentrum, das kostenlose Führungen durch die Kathedrale angeboten hat. Plane 30–45 Minuten ein. Angemessene Kleidung ist selbstverständlich; fotografiere ohne Blitz und nicht während der Messen. Informationstafeln auf Deutsch gibt es nach unseren Recherchen nicht, ein Reiseführer oder eine App hilft weiter.
Unbedingt, wenn du dich für Kunst interessierst. Kombiniere die Kathedrale mit dem benachbarten Diözesanmuseum und dem Renaissance-Rathaus am Markt. Tarnów hat zudem ein bewegendes jüdisches Erbe: Vor dem Zweiten Weltkrieg stellten Juden einen großen Teil der Bevölkerung, von der zerstörten Alten Synagoge ist die frei stehende Bima erhalten – nur wenige Gehminuten entfernt. Für einen entspannten Tag in Tarnów reichen ein Vormittag in der Altstadt und ein Nachmittag für Museen oder einen Abstecher in die Umgebung.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026