Denkmäler
Kazimierz Dolny, Lublin
Die Bürgerhäuser der Brüder Przybyła in Kazimierz Dolny sind zwei Renaissance-Kaufmannshäuser am Marktplatz, deren reich verzierte Fassaden zum Wahrzeichen des Städtchens an der Weichsel geworden sind. Das Haus zum heiligen Nikolaus und das Haus zum heiligen Christophorus gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Kazimierz Dolny und zu den schönsten Bürgerhäusern Polens — ein Pflichtstopp bei jedem Rundgang durch die Altstadt.
Kazimierz Dolny liegt in der Woiwodschaft Lublin, rund 60 km westlich von Lublin und etwa 150 km südöstlich von Warschau (Warszawa). Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Stadt durch den Getreidehandel reich: Korn wurde auf der Weichsel bis nach Danzig (Gdańsk) verschifft. Die beiden Häuser zeigen diesen Wohlstand wie kein anderes Gebäude. Die historische Stadtanlage ist als Geschichtsdenkmal (Pomnik Historii) geschützt.
Beide Häuser standen bereits Ende des 16. Jahrhunderts, als die Kaufleute Mikołaj und Krzysztof Przybyła sie erwarben und gründlich umbauten. Die Jahreszahl 1615 an der Fassade bezieht sich nach Angaben der örtlichen Touristeninformation auf den Abschluss des Bildhauerschmucks, der die älteren, schlichteren Fassaden überdeckte — nicht auf das Baujahr.
Das linke Haus mit dem heiligen Nikolaus gehörte Mikołaj, das rechte mit dem heiligen Christophorus seinem jüngeren Bruder Krzysztof. Restauriert wurden die Fassaden unter anderem 1912–1913 unter dem Architekten Jan Koszczyc Witkiewicz sowie in den 1980er-Jahren.
Von Weitem wirken die Fronten wie ein einziges Gebäude. Achte auf:
Stilistisch mischen sich italienische und niederländische Renaissance; die Motive sind überwiegend biblisch und spiegeln die katholische Identität der Gegenreformation.
Die Fassaden kannst du jederzeit kostenlos vom Marktplatz aus betrachten; die Innenräume sind privat bzw. gewerblich genutzt und nicht als Museum zugänglich — Öffnungszeiten oder Eintritt gibt es daher nicht. Plane 15–20 Minuten ein. Am schönsten ist das Licht am Nachmittag, abends sind die Häuser angestrahlt. An Sommerwochenenden ist es voll, für Fotos lohnt sich der frühe Morgen. Der Platz ist gepflastert, aber eben. Bezahlt wird in Złoty (PLN). Hintergrundwissen zur Stadt- und Kunstgeschichte bekommst du ein paar Schritte weiter im Weichselmuseum (Muzeum Nadwiślańskie) am Markt, Hausnummer 19.
Kazimierz Dolny hat keinen Bahnhof; der nächste liegt im 14 km entfernten Puławy, von dort fahren Busse. Mit dem Auto aus Deutschland führt der Weg über Warschau, die letzte Etappe von dort dauert etwa zwei Stunden. Parke auf einem der offiziellen Parkplätze, etwa an der Ulica Senatorska, und geh zu Fuß ins Zentrum.
Gleich hinter dem Markt liegt der Kleine Markt (Mały Rynek) mit der ehemaligen Synagoge und hölzernen Marktständen. In der Ulica Senatorska steht das Celej-Haus, ein verwandtes Renaissancejuwel mit Museum. Oberhalb der Stadt warten Burgruine, Wachturm und der Drei-Kreuze-Berg mit dem bekanntesten Panorama. Hinweis: Die Weichselfähre nach Janowiec verkehrte in der Saison 2026 wegen Niedrigwassers nicht.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026