Höhlen
Trzebieszowice, Niederschlesien
In einer Seitennische der Radochów-Höhle fanden Forscher in den 1930er-Jahren einen Höhlenbärenschädel, der mit einer Steinplatte abgedeckt war – und lange fragte man sich, ob ihn ein Mensch der Altsteinzeit dort abgelegt hatte. Die kleine Karsthöhle im Reichensteiner Gebirge (Góry Złote), wenige Kilometer vom Kurort Lądek-Zdrój (Bad Landeck) entfernt, wird heute mit Führer, Helm und Stirnlampe besichtigt – ohne betonierte Wege und bunte Scheinwerfer. Die Führung dauert etwa 40 Minuten und führt durch rund 300 m Gänge.
Die Höhle liegt in einer Linse aus weißem Marmor am Fuß des Bzowiec, im Tal des Baches Jaskiniec nahe dem Dorf Radochów (Reyersdorf). Sie entstand im Pliozän, als unter Druck fließendes Wasser den Marmor entlang tektonischer Klüfte löste; wo sich diese kreuzten, bildeten sich größere Kammern. Erstmals erwähnt wurde sie 1757, bald darauf war sie ein beliebtes Ausflugsziel der Kurgäste aus Landeck. Der starke Besucherandrang zerstörte einen Großteil der Tropfsteine – an die einstige Pracht erinnern nur noch alte Namen wie „Reyersdorfer Tropfsteinhöhle“.
Von 1933 bis 1947 hatte die Höhle einen festen Betreuer und Führer, den pensionierten Bergmann Heinrich Peregrin. In derselben Zeit, 1933–1939, wurde der größte Teil der Sedimente entfernt, die die Gänge fast vollständig gefüllt hatten. Vor dem Krieg stand am Eingang ein Holzhaus mit Warteraum und Vitrinen mit Fundstücken; die Vitrinen wurden in den 1950er-Jahren geplündert, das Gebäude brannte Ende der 1960er-Jahre ab.
Grabungen 1935–1936 brachten Knochen von rund 20 Arten eiszeitlicher Tiere zutage, darunter Höhlenbär, Höhlenhyäne, Wildpferd und Wollnashorn. Neben dem Bärenschädel lagen drei Halswirbel und ein Unterkiefer, in den Ablagerungen fanden sich zudem Quarzitwerkzeuge und Holzkohle. Die These von der Anwesenheit des Altsteinzeitmenschen gilt heute als widerlegt, doch die Funde machten die Höhle zu einer der am besten erforschten der Sudeten.
Laut Betreiber ist die Höhle vom 15. April bis 30. September täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass um 17:20 Uhr; außerhalb der Saison sind Besuche nach Absprache möglich. Ein Normalticket kostet 45 PLN, ermäßigt 40 PLN. Nehmen Sie Bargeld mit – der Mobilfunkempfang ist schwach, und BLIK (polnisches Mobile Payment) funktioniert erst auf der Wiese vor der Höhle. Drinnen herrschen konstant etwa 9 °C, ein Teil der Strecke führt durch enge Spalten, und Kinder müssen mindestens 3,5 Jahre alt sein. Zur Höhle gelangen Sie auf dem grünen Wanderweg von der Haltestelle in Radochów (etwa 30 Minuten) oder auf dem blauen Weg von Lądek-Zdrój über den Kalvarienberg (etwa 80 Minuten); von Radochów führt auch ein Schotterweg hinauf.
W sezonie (od połowy kwietnia do końca września) codziennie 10:00–18:00, ostatnie wejście o 17:20; poza sezonem po wcześniejszym uzgodnieniu.
Bilet normalny 45 zł, ulgowy 40 zł (grupy 40+ osób 35 zł/os.); płatność gotówką lub BLIK.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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