Historische Orte
Lelów, Schlesien
In Lelów, in der ul. Ogrodowa 7, steht der Ohel von David Biderman – das Grabhaus des Zaddik, nach dem die chassidische Dynastie Lelow benannt ist. Jedes Jahr um die Wende von Januar zu Februar reisen Chassidim aus Israel und den USA an, um am Todestag ihres Meisters an seinem Grab zu beten. Das unscheinbare Gebäude birgt eine Geschichte wie aus einem Film.
David Biderman, genannt der Lelower, wurde 1746 in Lelów geboren und starb hier am 28. Januar 1814. Er begann als Kabbalist; zum Chassidismus brachte ihn Elimelech von Leżajsk. Er lernte bei Jakob Isaak Horowitz, dem Seher von Lublin, und galt als dessen bedeutendster Schüler. Er gehörte zu den bekanntesten Zaddikim seiner Zeit in den polnischen Gebieten. Sein Sohn Mosche verlegte den Sitz der Dynastie nach Jerusalem.
Der erste Ohel entstand gleich nach dem Tod des Zaddik und blieb bis 1956 unverändert. Dann ließen die Behörden ihn einebnen, und auf dem alten jüdischen Friedhof wurde ein Ladenpavillon der Genossenschaft errichtet. Im August 1988 begann die Stiftung der Familie Nissenbaum auf Initiative von Schimon Anschin aus Israel mit der Suche. Die Gebeine fand man unter dem Lagerraum eines Ladens; Untersuchungen in Jerusalem bestätigten, dass sie Biderman gehörten. Bis Februar 1989 richtete man in einem abgetrennten Raum einen schlichten Ohel ein. Nach dem Abriss des Ladens entstand 2012–2013 ein neues Grabhaus, das Gelände wurde neu gestaltet.
Im Inneren hängt eine Marmortafel mit hebräischer Inschrift; sie nennt als Bestattungsdatum den 7. Schwat 5574 (1814). Auf dem Grab liegen Steinchen als Zeichen der Erinnerung und Kwitlech – Zettel mit Bitten. Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte Lelów zwei jüdische Friedhöfe; beide wurden zerstört, und der Ohel ist heute die wichtigste Spur dieser Gemeinde.
Lelów ist ein Dorf im Kreis Częstochowa, Sitz der Gemeinde Lelów und ehemalige königliche Stadt. Für das Grabhaus genügen etwa fünfzehn Minuten. Bedenken Sie, dass es ein Gebetsort ist: Verhalten Sie sich ruhig, und rechnen Sie am Jahrzeit-Tag Ende Januar oder Anfang Februar mit vielen Pilgern. Verbinden Sie den Besuch mit dem Marktplatz und dem Stausee an der Białka; im August lohnt ein Blick auf den Termin des Tscholent-Festes (Święto Ciulimu i Czulentu), das an die polnisch-jüdische Vergangenheit von Lelów erinnert.
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