Kirchen & Klöster
Tęgoborze
Auf dem Sankt-Just-Pass, nur wenige Schritte von der stark befahrenen Landesstraße 75 zwischen Nowy Sącz und Brzesko, steht in einem Kranz alter Linden die kleine hölzerne Kirche Mariä Geburt. Hier heiratete am 10. Juni 1939 Janina Dowbor-Muśnicka (Lewandowska) – Pilotin und Fallschirmspringerin, die als einzige Frau beim Massaker von Katyn ermordet wurde. Hinter dem Zaun mit seinen zwei Toren erwartet Sie ein Inneres mit gotischer Skulptur und gotischem Taufstein, die älter sind als die Kirche selbst.
Der Überlieferung nach hatte auf dem Hügel der heilige Just (Just-Jodok) seine Einsiedelei, ein Schüler des hl. Andreas Zoerard (Świerad), der um 1009 gestorben sein soll. Eine Quelle aus seiner Zeit gibt es allerdings nicht – seine Lebensgeschichte wurde erst Anfang des 17. Jahrhunderts nach Erzählungen der Einheimischen aufgeschrieben. Sicherer ist eine Urkunde von 1400: Damals stiftete der Ritter Chebda von Rożnów hier ein kleines Kloster der Bußkanoniker, im Volksmund „Markianer“ genannt. In der Reformationszeit plünderte und zerstörte der arianische Gutsherr von Tęgoborze, Cyryl Chrząstowski, Kirche und Kloster.
Die heutige Kirche entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts an der Stelle des zerstörten Klosters und wurde im 18. Jahrhundert erweitert. Ende des 19. Jahrhunderts kam eine geräumige Vorhalle mit Dachreiter hinzu. Verwechseln Sie sie nicht mit der früheren Pfarrkirche St. Nikolaus aus Tęgoborze, die nach Tabaszowa versetzt wurde.
Die Kirche ist in Blockbauweise errichtet, mit senkrechten Brettern verschalt und mit einem durchgehenden Dach über Schiff und Chor gedeckt. Außen lohnt der Blick auf die verzierten Traufbretter, die barocke Blechhaube mit Laterne auf dem Dachreiter und einen Taubenschlag an der Vorderwand des Schiffs. Im Inneren finden Sie:
Das Kirchweihfest wird am 8. September, zu Mariä Geburt, gefeiert und ist zugleich ein Erntedankfest: Die umliegenden Dörfer bringen Erntekränze und Brote aus dem neuen Korn zum Altar, außerdem wird Saatgut gesegnet. Für diese Feiern wurde neben der Kirche ein Feldaltar errichtet.
Aus Richtung Krakau biegen Sie kurz vor dem höchsten Punkt des Passes rechts ab – die Kirche liegt dicht an der Straße, wird aber leicht übersehen. Für die Besichtigung von außen genügen 15–20 Minuten. Sie ist eine aktive Filialkirche der Pfarrei Tęgoborze, und das Innere ist vor allem rund um die Gottesdienste zugänglich; informieren Sie sich daher vorab bei der Pfarrei. Vom Pass blicken Sie auf den Rożnów-Stausee, sodass sich der Halt gut mit einer Fahrt rund um den See verbinden lässt.
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