Burgen
Wytrzyszczka, Kleinpolen
Auf die steile Landzunge über dem Dunajec, auf drei Seiten von Wasser umgeben, gelangen Sie mit der Fähre über den Czchów-Stausee. Die Burg Tropsztyn in Wytrzyszczka ist fast ein Neubau: Sie wird seit den 1990er-Jahren auf den Ruinen einer Feste wiederaufgebaut, die bereits 1231 erwähnt wird. Mit dem Ort verbindet sich eine der bekanntesten Legenden Polens – die vom Inka-Schatz, der hier versteckt sein soll.
Die Feste entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf Initiative der Familie Ośmioróg; die erste Erwähnung stammt von 1231. Die ersten Steinbauten entstanden wohl im 14. Jahrhundert, um 1400 kamen ein gotisches Gebäude und ein fünfgeschossiger Turm hinzu. Ab 1390 gehörte die Burg der Familie Chebda. 1535 ging sie an Piotr Kmita, Kastellan von Sandomierz, danach wechselten die Besitzer mehrfach.
Im 16. Jahrhundert überfielen die Burggrafen Kaufleute, die auf Flößen den Dunajec hinunterfuhren. Um 1574 griffen die Besitzer des nahen Rożnów die Burg an und zerstörten sie. Schon 1608 wurde sie als Ruine beschrieben. Die ersten Ausgrabungen unternahm 1863 der Historiker Szczęsny Morawski aus Nowy Sącz.
1970 kaufte der Politiker und Vizemarschall des Sejm Andrzej Benesz die Ruine, um sie mit eigenen Ersparnissen zu retten. Benesz galt als Finder eines Inka-Quipu – einer Knotenschnur-Schrift – auf Burg Niedzica, das der Legende nach darauf hinwies, dass ein Teil des Inka-Schatzes in Tropsztyn versteckt wurde. Er starb 1976 bei einem Autounfall, bevor er mit den Arbeiten beginnen konnte – Wasser auf die Mühlen der Geschichten vom „Fluch des Schatzes". Nach 1993 baute eine Stiftung die Burg aus Stein, Stahlbeton und Stahl auf Grundlage archäologischer und architektonischer Forschung wieder auf. 1997–1998 entstanden Außenmauern und Osttor, 1998–1999 das Einfahrtstor aus dem 16. Jahrhundert. Die originalen Mauerteile sind deutlich gekennzeichnet.
Die Burg ist nur in der Sommersaison geöffnet – prüfen Sie vor der Fahrt aktuelle Termine, Zeiten und Preise beim Betreiber. Am schönsten ist die Anreise mit der Fähre von Tropie: Die Burg taucht dann langsam zwischen den Bäumen auf. Der Rundgang führt über steile Treppen, durch Verliese und auf den Turm und ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität schwierig. Planen Sie etwa eine Stunde ein. In der Nähe liegen weitere Dunajec-Burgen: Czchów (rund 6 km), Rożnów (rund 5 km) und Melsztyn (rund 16 km).
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