Natur
Brzegi, Kleinpolen
Das Tal der Fünf Polnischen Seen ist ein Hochgebirgskessel in der Hohen Tatra mit dem größten und tiefsten See der Tatra. Entgegen dem Namen gibt es hier sechs Seen, und am Vorderen See steht auf 1672 m die höchstgelegene Berghütte Polens. Ein Tagesziel für konditionsstarke Wanderer, kein Spaziergang am Straßenrand.
Das Tal ist etwa 4 km lang, 2 km breit und liegt zwischen rund 1625 und 1900 m. Ein Gletscher hat es geformt und Granitstufen, Blockfelder und Seen mit insgesamt rund 61 ha Fläche hinterlassen. Es sind der Große, Hintere, Schwarze, Kleine und Vordere Polnische See sowie das periodische Wole Oko („Ochsenauge“), das kleinste, das wohl deshalb im Namen nicht mitgezählt wird. Im Volksmund hieß das Tal einfach Pięciostawy, „Fünf Seen“.
Der größte ist der Große Polnische See (Wielki Staw Polski): rund 34 ha groß, nach Messungen von 1934 79,3 m tief und fast einen Kilometer lang. Er ist der tiefste und längste See der Tatra und der dritttiefste Polens. Er fasst etwa 13 Mio. m³ Wasser, ungefähr ein Drittel des Wassers aller Tatraseen. Ein alter Reiseführer behauptete, die Krakauer Marienkirche samt Turm würde in ihm vollständig versinken.
Die wichtigsten Stationen:
Bäume wachsen im Tal nicht, abgesehen von einer einzigen Lärche am Großen See. Murmeltiere und Gämsen lassen sich dagegen gut beobachten, an den Hängen wachsen seltene Hochgebirgspflanzen.
Die ersten Besucher kamen Anfang des 19. Jahrhunderts, darunter der Gelehrte Stanisław Staszic und der Dichter Seweryn Goszczyński, der das Tal 1832 als Ort „wildester Einsamkeit“ beschrieb. Die erste Hütte errichtete die Tatra-Gesellschaft 1876 am Kleinen See. Jahrhundertelang weideten hier Bergbauern aus Białka ihr Vieh, die letzten Kühe verließen das Tal 1968, einige Jahre nachdem der Nationalpark das ganze Gelände erworben hatte.
Der beliebteste Zugang beginnt in Palenica Białczańska und an den Mickiewicz-Wasserfällen und folgt dem grün markierten Weg durch das Roztoka-Tal: rund 5,6 km, 2 Std. 30 Min. und 674 m Anstieg. Hinter der Lichtung Nowa Roztoka teilt sich der Weg. Die grüne Variante führt an der Siklawa vorbei über rutschige, runde Felsblöcke und dauert etwa eine Stunde, die schwarze steigt über Steinstufen in etwa 40 Minuten direkt zur Hütte. Im Sommer bietet es sich an, auf dem einen Weg auf- und auf dem anderen abzusteigen.
Vom Morskie Oko über die Świstówka sind es etwa 2 Stunden, dieser Weg ist jedoch vom 1. Dezember bis 15. Mai gesperrt. Planen Sie für die ganze Tour 7–8 Stunden ein. Der Eintritt in den Tatra-Nationalpark ist kostenpflichtig; prüfen Sie vorab die Hinweise des Parks, die Wettervorhersage und im Winter die Lawinengefahr. Die Hütte hat rund 67 Schlafplätze, in der Saison empfiehlt sich eine frühe Reservierung.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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