Historische Orte
Lesko, Karpatenvorland
Der jüdische Friedhof in Lesko (früher Lisko) gehört zu den ältesten und bedeutendsten jüdischen Friedhöfen Polens. Auf einem bewaldeten Hügel, wenige Hundert Meter von der Synagoge entfernt, sind rund 2000 Grabsteine (Mazewot) erhalten; die ältesten stammen vermutlich aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Es ist ein stiller, berührender Ort: Reich verzierte Steine stehen zwischen alten Bäumen und erzählen von einer jüdischen Gemeinde, die die galizische Kleinstadt über Jahrhunderte geprägt hat.
Lesko liegt im äußersten Südosten Polens, in der Woiwodschaft Karpatenvorland, etwa 15 km von Sanok und rund 3,5 Autostunden von Krakau (Kraków) entfernt. Die Stadt gilt als Tor zu den Bieszczady-Bergen. Bis 1918 gehörte sie zum österreichischen Kronland Galizien.
Wann der Friedhof angelegt wurde, ist nicht genau bekannt. Die älteste Archivnachricht über einen Grundstückskauf stammt von 1611. Auf einem Grabstein wurde die Jahreszahl 1548 gelesen – das wäre einer der ältesten erhaltenen jüdischen Grabsteine Polens. Historiker sind hier vorsichtig, manche datieren den Friedhof erst ins 17. Jahrhundert. Aus den Jahren 1634 bis 1703 sind keine Bestattungen bekannt.
Eine Legende erzählt, hier seien aus Spanien und Portugal vertriebene sephardische Rabbiner begraben; Belege dafür gibt es nicht.
Während des Zweiten Weltkriegs führten die deutschen Besatzer auf dem Friedhof Erschießungen durch, unter anderem von etwa hundert alten und kranken Juden aus Lesko. Symbolische Gräber und eine Gedenktafel erinnern an die Opfer der Schoah. Seit 1969 steht der Friedhof unter Denkmalschutz.
Der Friedhof ist rund 3 ha groß und besteht aus zwei Teilen:
Besonders schön sind die Reliefs: Kronen, Leuchter, Vögel, Hirsche, Löwen, Kannen und Schalen. Viele Symbole verraten etwas über die Verstorbenen – eine Kanne etwa steht häufig für eine Levitenfamilie. Einige Steine tragen lange Inschriften, darunter der von Menachem Mendel Horowitz, gestorben 1803.
Stand: Oktober 2026
Lohnt sich der Besuch? Ja – vor allem, wenn du dich für jüdisches Erbe in Galizien interessierst oder Familienwurzeln in der Region suchst. Zusammen mit der Synagoge ist der Friedhof einer der eindrucksvollsten kurzen Halte auf dem Weg in die Bieszczady.
Der Friedhof liegt auf einem Hügel im Zentrum von Lesko zwischen den Straßen Moniuszki, Żeromskiego und Łazienna, wenige Gehminuten von der Synagoge in der Berka-Joselewicza-Straße. Aus Deutschland fährst du über die A4 (Görlitz – Breslau – Kattowitz – Krakau) und weiter Richtung Rzeszów, Sanok und Lesko. Das Auto lässt du am besten im Zentrum stehen.
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Geprüft: Oktober 2026