Natur
Lesko, Karpatenvorland
Schon 1896 beschloss der Stadtrat von Lesko, dass dieser Felsen ein „Naturdenkmal“ sein solle – damit gehört der Lesko-Stein zu den am frühesten geschützten Denkmälern der unbelebten Natur im einstigen Österreich-Ungarn und im heutigen Polen. Der mächtige Sandsteinaufschluss steht im Wald des Dorfes Glinne, etwa 3 km vom Zentrum von Lesko entfernt, an der Straße Richtung Ustrzyki Dolne. Aleksander Fredro schrieb über ihn, und seit 1978 steht ein eisernes Kreuz auf seinem Gipfel.
Es handelt sich um einen Aufschluss aus grobkörnigem Krosno-Sandstein – einem harten, verwitterungsbeständigen Gestein – auf einem Hügel in etwa 410–420 m Höhe. Die Formation erstreckt sich über rund 220 m und ragt an ihrer höchsten Stelle etwa 20 m über den Boden. Ihre Form ist größtenteils menschengemacht: An der Nordseite lag ein Steinbruch, von dem eine tiefe Grube und eine hohe senkrechte Wand geblieben sind. Laut einem regionalen Wanderführer ist nur der höchste, turmartige Fels in natürlicher Form erhalten.
Der Sandstein von hier wurde für Burg, Kirche und Synagoge von Lesko verwendet, für die Grabsteine des jüdischen Friedhofs und sogar für die Festung Przemyśl. Früher hieß der Felsen Kmita-Bastei – nach der Familie, die Lesko gründete und jahrhundertelang besaß. Der Beschluss von 1896, gefasst auf Antrag von Bürgermeister Józef Bielak, hielt die Bewohner nicht vom weiteren Abbau ab, daher wurde der Felsen 1927 erneut unter Schutz gestellt – diesmal auf Antrag des Geologen Ludwik Horowitz vom Staatlichen Geologischen Institut, der ihn wissenschaftlich beschrieb.
Die bekannteste Legende erzählt vom Teufel, der den Block trug, um die Kirche von Lesko zu zerstören – er ließ ihn fallen, als ihn ein Hahnenschrei erschreckte. Einer anderen Geschichte zufolge ist es ein versteinertes Mädchen, das seine kranke Mutter verfluchte, weil es zu lange zum Wasserholen brauchte. Tafeln am Felsen erinnern an einige dieser Legenden. Aleksander Fredro widmete ihm das Gedicht „Der Stein über Lesko“ (Kamień nad Liskiem) und erwähnte ihn in seinen Erinnerungen „Trzy po trzy“ – ein Auszug ist vor Ort zu lesen. Auch Wincenty Pol, Oskar Kolberg und Stanisław Staszic schrieben über den Felsen.
Am einfachsten parken Sie auf dem kleinen Parkplatz an der Landesstraße 84 zwischen Lesko und Glinne – von dort sind es wenige Gehminuten auf einem Waldweg. Am Parkplatz steht eine Tafel des geologischen Pfads Geo-Karpaty. Vom Zentrum Leskos führt ein grün markierter Wanderweg hierher (etwa eine Stunde), der weiter zur Czulnia verläuft. Der Eintritt ist frei, die Pfade sind jedoch Waldwege und uneben. Der Felsen steht heute zwischen Bäumen, ein weites Panorama gibt es also nicht – für Rundgang und Tafeln reichen 30–45 Minuten. Kletterer finden vor allem Routen für Fortgeschrittene, doch die Angaben, ob Klettern erlaubt ist, gehen auseinander – prüfen Sie die Regeln vor Ort.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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