Berge & Gipfel
Brenna, Schlesien
Auf die Błatnia (917 m) steigt man wegen der Wiese und der Aussicht: Von der grasbewachsenen Kuppe am Gipfel überblickt man fast die gesamten Schlesischen Beskiden, von Klimczok und Skrzyczne bis zur Barania Góra, bei klarer Sicht sogar die Gipfel der Kleinen Fatra in der Slowakei. Direkt daneben steht eine Berghütte, die 2026 ihr hundertjähriges Bestehen feiert. Eine der lohnendsten kurzen Wanderungen ab Brenna und Jaworze.
Der Berg taucht bereits 1571 in deutschen Urkunden als „Berg Blatin“ auf, in tschechischen als Blatny oder Blatna. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich der Name Błatnia durch, mundartlich Błatnio. Ende des 20. Jahrhunderts verwendeten manche Reiseführer die Form „Błotny“, im amtlichen Verzeichnis der geografischen Namen steht jedoch Błatnia – und so sagen auch die Einheimischen.
Bis zum Zweiten Weltkrieg dienten die Wiesen auf dem Gipfel und an den Südhängen über dem Tal des Chrobaczy Potok in Brenna als Schafweiden. In den Buchenwäldern wurde zudem Holzkohle gebrannt, und ab dem 17. Jahrhundert gab es hier eine Glashütte. Manche Wiesen sind inzwischen zugewachsen, erhalten sind unter anderem Szarówka, Stara Łąka, Bukowy Groń und die größte, die Gipfelwiese Stołówka. Auf der Błatnia treffen die Grenzen von Bielsko-Biała, Jaworze und Brenna zusammen.
Die hölzerne Hütte errichtete 1926 der deutsche Touristenverein „Naturfreunde“ aus Aleksandrowice; sie wurde rasch zur meistbesuchten der Gegend. Im Winter 1944/45 bauten deutsche Soldaten einen Teil des Gebäudes ab, um Material für Feldbefestigungen zu gewinnen, doch schon im August 1945 öffnete die wiederaufgebaute Hütte unter der Leitung der Polnischen Tatra-Gesellschaft erneut. 1965–1968 entstanden der heutige Speisesaal sowie Strom- und Zentralheizungsanschluss. Heute bietet die Hütte Zwei-, Drei- und Mehrbettzimmer und ein Restaurant (Adresse: ul. Błatnia 20, Brenna).
Gehzeiten laut Hütte:
Die kürzeste Runde ab Brenna mit Pause in der Hütte dauert 3–4 Stunden. Anspruchsvoller ist die Kammwanderung vom Klimczok oder der Szyndzielnia, die man mit der Gondelbahn von Bielsko-Biała aus erreicht. Nach Regen sind die Waldpassagen oft schlammig – passend zum alten Namen „Błotny“, der wie das polnische Wort für Schlamm, błoto, klingt. Wer Tatra oder Kleine Fatra sehen möchte, wählt einen kühlen, klaren Tag im Herbst oder Winter.
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