Kirchen & Klöster
Krakau, Kleinpolen
Die Franziskanerbasilika in Krakau – offiziell Basilika St. Franziskus von Assisi am Allerheiligenplatz (plac Wszystkich Świętych) in Kraków – gehört zu den ältesten Kirchen der Altstadt und ist ein Muss für Jugendstil-Fans. Ausgemalt und verglast hat sie Stanisław Wyspiański, der wichtigste Künstler des „Jungen Polen“. Sein Glasfenster „Gott Vater – Es werde“ zählt zu den berühmtesten Werken der polnischen Kunst – hier treffen mittelalterliche Geschichte und Jugendstil aufeinander.
Herzog Heinrich der Fromme (Henryk Pobożny) holte die Franziskaner um 1236/1237 nach Krakau. Nach Angaben des Ordens ist dies das einzige Kloster auf polnischem Boden, das seitdem ohne Unterbrechung besteht. Um 1269 wurde die Kirche umgebaut und dem heiligen Franziskus geweiht; Hauptstifter war Herzog Bolesław der Schamhafte, der 1279 hier zusammen mit seiner Schwester, der seligen Salomea, bestattet wurde. Auch zwei Söhne König Władysław Ellenlangs ruhen in der Kirche.
Brände setzten dem Bau mehrfach zu (1462, 1476, 1655), am schwersten der große Stadtbrand von 1850. Der Wiederaufbau zog sich bis Ende des 19. Jahrhunderts – in dieser Zeit schuf der junge Wyspiański hier sein wichtigstes sakrales Werk. Am 23. Februar 1920 wurde die Kirche zur Basilica minor erhoben. Von 1919 bis 1922 wirkte im Kloster der heilige Maximilian Kolbe, der 1941 im deutschen Konzentrationslager Auschwitz für einen Mithäftling in den Tod ging.
Fenster und Malereien wurden in den letzten Jahren schrittweise restauriert; es kann also sein, dass ein Fenster gerade verdeckt ist.
Plane 30–45 Minuten ein. Lohnt sich der Besuch? Für Kunst- und Jugendstilfans gehört die Basilika zu den Top-Sehenswürdigkeiten Krakaus – und kostet nichts.
Beginne im Chor mit den seitlichen Fenstern und den Gewölbemalereien, drehe dich dann zur Westwand um und betrachte „Es werde“ im Gegenlicht. Zum Schluss geht es in die Passionskapelle mit Mehoffers Kreuzweg – zwei Meister des „Jungen Polen“ unter einem Dach. Kinder finden meist die Kopie des Turiner Grabtuchs und die leuchtenden Farben der Fenster spannend.
Jedes Jahr bauen die Franziskaner neben der Basilika, gegenüber dem „Papstfenster“ im Bischofspalast, eine lebende Krippe auf – eine Tradition, die die Seminaristen 1992 übernommen haben. Eröffnet wird sie in der Heiligen Nacht vor der Christmette; die Tiere stammen unter anderem aus dem Krakauer Zoo. Über die Feiertage bilden sich Menschentrauben, komm also früh. Die Termine 2026/27 bestätigst du am besten auf der Website der Basilika; zur Weihnachtszeit bleibt wegen der vielen Gottesdienste weniger Zeit zur Besichtigung.
Die Basilika liegt am Südrand der Altstadt, rund 5 Minuten zu Fuß vom Hauptmarkt über die ul. Grodzka oder Bracka und wenige Minuten vom Wawel. Die Straßenbahn hält direkt am Allerheiligenplatz. Laut Website der Basilika gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz am Kloster (10 zł pro Stunde, 100 zł pro 24 Stunden); sonst gilt im Zentrum die gebührenpflichtige Parkzone. Aus Deutschland erreichst du Krakau per Bahn, Fernbus oder Flug nach Kraków-Balice; mit dem Auto führt der Weg meist über Görlitz und Breslau (Wrocław).
Zwiedzanie: pon.–sob. 10:00–16:00, niedziele i święta 13:15–16:00; poza nabożeństwami (brak osobnego grafiku zimowego na stronie).
Wstęp wolny
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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Geprüft: Oktober 2026