Denkmäler
Krakau, Kleinpolen

Audioguide
Station 6 von 15 · Diese Sehenswürdigkeit ist Station eines Audio-Spaziergangs
„A knife hangs in the middle of the market hall. Legend speaks of murder between brothers; history speaks of thieves and ears.”
15 Stationen 105 Min. 2,9 km
Die Tuchhallen in Krakau (Sukiennice) sind die lange Renaissance-Markthalle in der Mitte des Krakauer Hauptmarkts (Rynek Główny) – eines der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas und Herzstück der Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Seit über 700 Jahren wird unter diesem Dach gehandelt, und im Obergeschoss zeigt das Nationalmuseum die Galerie der polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts. Der Gang durch die Halle ist kostenlos, die Galerie eine der lohnendsten Museumsstunden der Stadt.
Die Tuchhallen stehen am Rynek Główny 3, mitten in der Altstadt. Vom Hauptbahnhof Kraków Główny gehst du etwa 10–15 Minuten durch den Planty-Park und die Floriańska-Straße. Vom Flughafen Kraków-Balice fahren Züge direkt zum Hauptbahnhof. Aus Deutschland gibt es Direktflüge nach Krakau; mit dem Auto führt die A4 über Breslau (Wrocław) und Kattowitz (Katowice). Die Altstadt ist verkehrsberuhigt – parke außerhalb des Planty-Rings.
Bei der Stadtgründung nach Magdeburger Recht 1257 verpflichtete sich Herzog Bolesław der Schamhafte, gemauerte Tuchstände zu errichten – zwei Reihen Buden mit einem Gang dazwischen. Um 1300 wurde der Gang überdacht, vor 1358 ließ König Kasimir der Große eine gotische Halle bauen. Nach einem Brand 1555 entstand 1556–1559 der Renaissancebau mit der berühmten Attika und ihren Maskaronen nach Entwürfen von Santi Gucci.
Ihr heutiges Aussehen erhielten die Tuchhallen beim Umbau 1875–1879 durch den Architekten Tomasz Pryliński, unter Mitwirkung des Malers Jan Matejko: Arkaden, hölzerne Verkaufsstände im Erdgeschoss und Museumssäle im Obergeschoss. 1879 gründete die Stadt das Nationalmuseum; Henryk Siemiradzki schenkte ihm sein Monumentalgemälde „Die Fackeln des Nero“, den Grundstein der Sammlung. Von 2006 bis 2010 wurde die Galerie umfassend modernisiert. Die Krakauer Altstadt stand 1978 auf der allerersten UNESCO-Welterbeliste.
Die Markthalle im Erdgeschoss. Ein langer, gewölbter Gang mit Holzständen, darüber die Wappen polnischer Städte. Angeboten werden Schmuck, auch aus Bernstein, Kunsthandwerk und Souvenirs. Im Erdgeschoss liegt das traditionsreiche Café Noworolski, und seit 2010 befindet sich im Gebäude der Eingang zum unterirdischen Museum Rynek Underground (separates Ticket).
Die Galerie der polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts. Vier Oberlichtsäle, chronologisch geordnet:
Neben der Galerie liegt eine Terrasse mit Café und Blick auf den Markt und die Marienkirche.
Bevor du hineingehst, lohnt sich eine Runde um das Gebäude. Die Attika mit Maskaronen – grotesken Gesichtern nach Entwürfen von Santi Gucci – ist eines der markantesten Motive der polnischen Renaissance. Der Quergang durch die Mitte der Halle wurde 1601 durchgebrochen und mit Risaliten betont; den Skulpturenschmuck des Risalitgiebels entwarf Jan Matejko. Die Arkaden an den Längsseiten stammen aus dem Umbau des 19. Jahrhunderts. Drinnen lohnt der Blick nach oben: Unter dem Gewölbe hängen die Wappen polnischer Städte – Erinnerung daran, dass Krakau einst einer der wichtigsten Handelsplätze Mitteleuropas war, eng verbunden auch mit Breslau, Nürnberg und den Hansestädten.
Die Galerie ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, montags geschlossen. Letzter Einlass 20 Minuten vor Schließung. Preise in Złoty (PLN):
Das Nationalmuseum wirbt mit kostenlosen Dienstagen für die Dauerausstellungen seiner Abteilungen, in der Preisliste der Tuchhallen fehlt dieser Hinweis jedoch – frag vorher nach, wenn du darauf setzt. Die Beschriftungen sind zweisprachig (Polnisch/Englisch).
Ja – die Galerie ist ein lebendiger Crashkurs in polnischer Geschichte und deutlich ruhiger als die Halle darunter.
Gleich nebenan liegen die Marienkirche mit dem Hochaltar von Veit Stoß, der Rathausturm und das Rynek Underground. Hinter der Marienkirche wartet der ruhigere Kleine Markt, über die Grodzka-Straße erreichst du in rund 15 Minuten den Wawel.
Galeria Sztuki Polskiej XIX wieku: wtorek–niedziela 10:00–18:00, poniedziałek nieczynne; ostatnie wejście 20 min przed zamknięciem. Hala handlowa na parterze dostępna w godzinach pracy kramów.
Galeria: normalny 35 zł, ulgowy 25 zł, rodzinny 70 zł, uczniowie i studenci 1 zł, dzieci do 7 lat bezpłatnie; audioprzewodnik 12 zł. Parter hali bezpłatny.
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Geprüft: Oktober 2026