Museen
Unter einem Bürgerhaus am Ring, das als Konwikt Boboli bekannt ist und den Eingang von der Bartolona-Straße hat, verbirgt sich eine Stätte, an der alte Waffen nicht hinter Glas liegen. Die Rüstkammer in Sandomierz, geführt von der Bannerritterschaft des Sandomirer Landes, folgt einer einfachen Regel: Alles darf — nein, muss — angefasst werden.
Die Ausstellung füllt die historischen Keller: Piken, Hellebarden und Spieße stehen nebenBlankwaffen — Schwertern, Äxten und Rapieren — sowie Schilden und Helmen. Das schwerere Kaliber vertreten Kanonen aus dem 15. und 17. Jahrhundert, Hakenbüchsen und Musketen. Einen eigenen, düsteren Raum nimmt die Folterkammer ein mit Streckbänken, Pranger und Schandmasken, den sogenannten Schandsmasken.
Die größte Attraktion ist das Anprobieren eines Harnischs, eines Helms oder eines Kleides einer Hofdame — und das eigene Erproben, wie schwer und unbequem ein Ritterharnisch wirklich ist. Auch Schwert oder Armbrust gehen von Hand zu Hand, und Fotografieren ist ohne Einschränkungen erlaubt. Der ganze Rundgang dauert rund 30 Minuten und wirkt am besten als lebendige Geschichtsstunde für Familien mit Kindern — der Führer erzählt dabei vom Alltag eines Ritters ohne weiße Handschuhe.
Der Eingang befindet sich von der Bartolona-Straße aus, am Ring 5, sodass sich die Stätte nahtlos in einen Spaziergang durch die Sandomirer Altstadt einfügt. Von April bis Oktober ist die Rüstkammer täglich von 10:00–16:00 Uhr geöffnet, von November bis März nur nach telefonischer Vereinbarung. Karten kosten 9 PLN (normal) und 7 PLN (ermäßigt). Nach dem Verlassen genügt es, den Ring zu überqueren, um Kathedrale, Schloss oder das Opatower Tor zu sehen.
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