Kirchen & Klöster
Sandomierz, Heiligkreuz
Von außen zeigt die Kathedrale von Sandomierz eine barocke Fassade und eine Ziegelverkleidung aus dem 19. Jahrhundert. Ihr größter Schatz liegt aber im Chor: byzantinisch-ruthenische Wandmalereien aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Malereien in diesem Stil sind in einer römisch-katholischen Kirche in Polen selten. Der Bau selbst ist eine gotische Hallenkirche, errichtet um 1350–1370 als Stiftung König Kasimirs des Großen.
Schon im 12. Jahrhundert stand hier eine Kirche. Die älteste Erwähnung stammt aus einer Bulle von Papst Eugen III. aus dem Jahr 1148, die Stiftung wird Herzog Bolesław III. Schiefmund zugeschrieben. 1191 erhob Herzog Kasimir der Gerechte sie zur Stiftskirche. Ihr erster Propst war Wincenty Kadłubek, später Bischof und Chronist. Die heutige gotische Kirche weihte 1382 der Krakauer Bischof Jan von Radliczyce, Mitte des 15. Jahrhunderts wurde sie erweitert.
Am 26. Juli 1478 wurde hier Prinzessin Barbara Jagiellonica getauft, im Beisein von König Kasimir IV. und Königin Elisabeth. Die Barockfassade kam 1670 hinzu, 1708–1776 wurde der Innenraum umgestaltet. Ende des 19. Jahrhunderts leitete Pfarrer Józef Karsznicki eine Erneuerung, bei der die Fassaden mit Ziegeln verkleidet wurden. Kathedrale ist die Kirche seit 1818, Basilica minor seit 1960. 2017 wurde sie Teil des polnischen Geschichtsdenkmals Sandomierz.
Eines der Bilder de Prevots ist der sogenannte „Ritualmord“. Es zeigt die antisemitische Ritualmordlegende, also die falsche Behauptung, Juden hätten christliche Kinder getötet. Das Bild ist seit Langem umstritten und gilt heute als Zeugnis der Vorurteile seiner Zeit, nicht als Darstellung realer Ereignisse. Die Gewölbemalereien schuf 1933 Juliusz Makarewicz, die Ausmalung der Schiffe Jan Bukowski 1935–1939. In der Kathedrale ist Marcin von Urzędów begraben, ein Arzt des 16. Jahrhunderts und Verfasser eines Kräuterbuchs, der 1573 starb.
Die Kathedrale steht auf dem Kathedralhügel, wenige Gehminuten vom Marktplatz entfernt. Sie ist eine aktive Kirche: Besichtigen Sie sie außerhalb der Messen und prüfen Sie die Regeln auf der Website der Pfarrei. Planen Sie 30–45 Minuten ein. Die Fresken sehen Sie am besten an einem hellen Tag, wenn der Chor gut ausgeleuchtet ist. Danach lohnt das Długosz-Haus, anschließend geht es über den Markt zum Opatów-Tor. Von dort können Sie zur Jakobskirche und in die Königin-Jadwiga-Schlucht hinabgehen.
Prüfe aktuelle Informationen vor dem Besuch.
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