Burgen
Über der Stadt Olsztynek erhebt sich eine Deutschordensburg aus dem 14. Jahrhundert, errichtet in den Jahren 1350–1366 auf Anordnung des Ostródaer Komturs Gunther von Hohenstein. Die Wehranlage überstand Kriege und Brände in erstaunlich gutem Zustand und beherbergt heute — ungewöhnlich — eine Schule.
Die Burg wurde als regelmäßiges Viereck angelegt: drei Seiten nahmen hohe Flügel ein, die vierte zur Stadt hin eine Wehrmauer mit Tor und hohem Turm. Die Fundamente bestehen aus Feldsteinen, die oberen Partien aus gotischem Backstein, die Mauern waren rund 2 m dick. Im Inneren gab es eine Kapelle, einen Remter, ein Bad, eine Waffenkammer und Vorratsräume, umgeben von Ringmauern mit Wehrtürmen und einem tiefen Graben. Auf der Giebelfront sind noch zwei Granitsteine zu sehen, die einst das gdanisko, einen mittelalterlichen Abtritserker, stützten. Unter dem Gebäude haben sich Keller mit Kreuzgewölben erhalten.
Die Polnisch-Ordenskriege hinterließen Schäden, die jedoch beseitigt wurden. Nach der Säkularisation des Ordensstaates im Jahr 1525 wurde die Burg Sitz eines Starosten, der im Namen des Herzogs amtierte. Im 19. Jahrhundert renovierte man die teils verfallenen Räume und richtete eine Schule ein — diese Funktion erfüllt die Burg bis heute als Sitz der Mrongovius-Schulgemeinschaft.
Die Burg steht an der Zamkowa-Straße 6, wenige Minuten vom Marktplatz. Baukörper und Hof sind von außen zu besichtigen; gut lässt sich der Besuch mit dem etwa 800 m entfernten Freilichtmuseum für Volksbaukunst verbinden.
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