Märkte & Altstädte
Allenstein, Ermland-Masuren
Der Altstädter Markt in Allenstein (Olsztyn) ist das Herz der Hauptstadt von Ermland und Masuren und der beste Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Altstadt. In der Mitte steht das backsteinerne Alte Rathaus mit bunten Sonnenuhren, ringsum Bürgerhäuser mit Laubengängen, Sgraffito und Caféterrassen. Wenige Minuten entfernt warten das Hohe Tor, die St.-Jakobus-Kathedrale und die Burg des ermländischen Domkapitels, in der Nikolaus Kopernikus wirkte.
Allenstein liegt etwa 210 km nördlich von Warschau und ist das Tor zur Masurischen Seenplatte. Aus Deutschland führt die Anreise meist über Danzig (Gdańsk) oder Warschau; der Regionalflughafen Olsztyn-Mazury in Szymany liegt rund 60 km südlich. Die Altstadt ist Fußgängerzone – parke im Zentrum und geh zu Fuß. Bushaltestellen gibt es am Plac Jedności Słowiańskiej (Norden) und an der Grunwaldzka-Straße (Süden).
Der Platz entstand im 14. Jahrhundert, als Allenstein 1353 das Stadtrecht erhielt. Jahrhundertelang war er der wichtigste Handelsplatz – gehandelt wurde sogar im Rathaus und in seinen Kellern. 1620 brannte das Rathaus mit großen Teilen der Stadt ab und wurde vier Jahre später wiederaufgebaut; später kamen weitere Flügel hinzu. 1915 zog die Stadtverwaltung ins Neue Rathaus um.
Einschneidend war der Februar 1945: Die einrückende Rote Armee brannte die meisten Häuser am Markt nieder. Beim Wiederaufbau in den 1950er-Jahren entstand nicht das Vorkriegsbild, sondern neue Fassaden im Stil von Renaissance und Barock, mit Lauben, Sgraffito und Reliefs. Das Alte Rathaus wurde 1946–1949 wiederaufgebaut und 2003 zum 650. Stadtjubiläum saniert; dabei kamen gotische Details zum Vorschein, und das Türmchen wurde rekonstruiert.
Schau dir auch die Reliefs an den wiederaufgebauten Fassaden an – eines zeigt den masurischen Volksdichter Michał Kajka. Am Markt stand zudem das Elternhaus des in Allenstein geborenen Architekten Erich Mendelsohn, der den Einsteinturm in Potsdam entwarf. Im Haus Nr. 23 lief von 1911 bis 2011 genau hundert Jahre lang ein Kino, zuerst als Luisen-Theater, später als Awangarda.
Der Platz ist rund um die Uhr frei zugänglich (Stand: Oktober 2026). Für den Markt selbst reichen 20–30 Minuten, für die ganze Altstadt mit Burgmuseum plane 2–3 Stunden ein. Das Kopfsteinpflaster ist eben, aber stellenweise holprig – mit Kinderwagen machbar. Die Rathauskeller sind nicht zugänglich. Bezahlt wird in Złoty (PLN), Kartenzahlung ist verbreitet.
Wer nach Masuren fährt, sollte hier einen halben Tag einplanen. Über die Staromiejska-Straße erreichst du das gotische Hohe Tor, östlich des Marktes steht die St.-Jakobus-Kathedrale, westlich die Burg des ermländischen Kapitels mit dem Museum für Ermland und Masuren – hier war Kopernikus von 1516 bis 1521 Administrator. Zum Abschluss lohnt ein Spaziergang an der Alle (Łyna), die die Altstadt umfließt. Für viele deutsche Besucher hat Allenstein zudem familiengeschichtliche Bedeutung: Bis 1945 war die Stadt Teil Ostpreußens.
Plac miejski dostępny całodobowo przez cały rok; Stary Ratusz mieści Wojewódzką Bibliotekę Publiczną (godziny wg biblioteki).
Wstęp wolny
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Geprüft: Oktober 2026