Burgen
An der Mündung der Osobłoga in die Oder, hinter einer hohen Steinmauer, steht das Schloss Krappitz — eine mächtige Residenz auf viereckigem Grundriss, deren Hof nur durch ein tunnelartiges Tor in der ulica Zamkowa erreichbar ist. Vom Fluss aus sieht man bis heute nur die Mauern.
Die Geschichte des Schlosses ist nicht vollständig geklärt; es bestand höchstwahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert, bevor Herzog Władysław von Oppeln Krapkowice 1275 Stadtrechte verlieh. Der Legende nach bauten es die Templer, ebenso wie die Burgen im nahen Otmęt und in Rogów Opolski, doch diese Legende birgt wenig Wahrheit. Nach dem Tod des Herzogs Jan II. der Gute erhielt 1532 Georg von Hohenzollern das Schloss, um 1553 übernahm es die ungarische Königin Isabella, und 1582 verkaufte Kaiser Rudolf II. von Habsburg Krapkowice an Graf Jan Joachim von Redern. Die Redern errichteten anstelle der mittelalterlichen Anlage eine neue, prachtvolle Residenz — die Bauarbeiten wurden 1678 abgeschlossen, was das Datum am Tor festhält. Das Schloss besaß ein Erdgeschoss und zwei Obergeschosse, einen gespiegelten Sommerspeisesaal und Arkadenhöfe, die zu einem Weinberg führten. Ein großer Stadtbrand 1722 beendete die Blütezeit.
In den Mauern arbeitet das Berufsschulzentrum Piastów Opolskich, der Hof ist von Sonnenauf- bis -untergang frei zugänglich. Auf dem Hof hat sich ein historischer Brunnen erhalten, vermutlich noch aus dem Mittelalter; im Inneren wartet eine Ausstellung über die schlesischen Aufstände. Von der ursprünglichen Ausstattung blieben unter anderem verzierte Kachelöfen und die Eichenholzvertäfelung des ehemaligen Speisesaals; im Obergeschoss wurden die Arkaden zugemauert und in einen Korridor umgewandelt.
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